Transport

Fördertechnik-Trends 2026: Wie KI, modulare Systeme und Nachhaltigkeitsanforderungen die Intralogistik verändern

Die Intralogistik erlebt 2026 einen Paradigmenwechsel: Technologien, die vor zwei Jahren noch als Hype galten, müssen jetzt ihren Return on Investment beweisen. Gleichzeitig zwingen der demografische Wandel und veränderte Berichtspflichten Unternehmen dazu, Automatisierung, Personalstrategie und Nachhaltigkeit neu zu denken. Auf der LogiMAT 2026 in Stuttgart (24.–26. März) zeigten über 1.600 Aussteller, wohin die Reise geht: KI-gestützte Lagerverwaltung, autonome Roboter, modulare Fördertechnik zum Mieten und nachhaltige Verpackungslösungen. Dieser Artikel ordnet die sieben wichtigsten Trends für den innerbetrieblichen Transport und die Fördertechnik ein — und zeigt, was davon für mittelständische Betriebe relevant ist.

Moderne Intralogistik: AMR-Roboter und modulare Fördertechnik in einem automatisierten Lager

Das Wichtigste in Kürze

Die sieben Intralogistik-Trends 2026 und ihre Relevanz für den Mittelstand auf einen Blick. Details, Zahlen und Einordnung folgen darunter.

  • KI wird Basisausstattung. Machine-Learning-Module in WMS/TMS sind oft als Update verfügbar — die Hürde ist die Datenqualität, nicht die Technik.
  • AMR statt starrer Fördertechnik. Der Trend geht zu flexibler Brownfield-Automatisierung in bestehenden Hallen, ohne bauliche Großeingriffe.
  • Automatisierung zum Mieten. Hardware-as-a-Service senkt die Einstiegshürde, ist über die Laufzeit aber teurer als der Kauf.
  • Nachhaltigkeit über die Lieferkette. Nach der Omnibus-I-Reform trifft die CSRD-Pflicht direkt nur noch große Unternehmen — viele Mittelständler liefern Energiedaten aber als Zulieferer.
  • Offene Standards zuerst. VDA-5050-Kompatibilität und offene Schnittstellen gehören in jede Ausschreibung, um Hersteller-Lock-in zu vermeiden.

Das Marktumfeld: Von der Experimentierphase zur operativen Exekution

Der globale Markt für Lagerautomatisierung wird für 2026 je nach Marktanalyse auf eine Größenordnung von rund 36 Milliarden US-Dollar geschätzt — mit zweistelligen Wachstumsraten in den Segmenten AMR, Shuttle-Systeme und KI-Software. Wie das Industriemagazin in seiner Trendanalyse zusammenfasst, verändert die Kombination aus KI-gestützter Robotik, autonomen Systemen und datengetriebener Intralogistik-Software grundlegend, wie Lagerprozesse geplant, gesteuert und optimiert werden.

Drei Megatrends treiben diese Entwicklung. Erstens der akute Arbeitskräftemangel: In Deutschland fehlen Branchenschätzungen zufolge zehntausende Fachkräfte in Lager und Logistik, mit steigender Tendenz durch den demografischen Wandel — Lkw-Fahrer und Lageristen zählen zu den am schwersten zu besetzenden Berufsgruppen. Zweitens der regulatorische Druck rund um Nachhaltigkeit: Zwar hat die EU mit dem Omnibus-I-Paket (in Kraft seit 18. März 2026) den Anwendungsbereich der CSRD-Berichtspflicht (Corporate Sustainability Reporting Directive) deutlich verengt — sie greift nun vor allem für große Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und über 450 Millionen Euro Umsatz, sodass ein Großteil des Mittelstands aus der direkten Pflicht herausfällt. Über die Anforderungen großer Kunden und Banken entlang der Lieferkette bleibt die Offenlegung von Energie- und Emissionsdaten für viele Zulieferer aber faktisch relevant. Drittens die technologische Reife: Was 2024 noch Pilotprojekt war — KI in der Routenoptimierung, AMR in der Kommissionierung, digitale Zwillinge in der Layoutplanung — ist 2026 zunehmend Standard in neuen Anlagen.

Trend 1: KI verlässt die Experimentierphase — vom Hype zur operativen Integration

Machine Learning in Transport-Management-Systemen (TMS) und Warehouse-Management-Systemen (WMS) ist 2026 kein Differenzierungsmerkmal mehr, sondern Basisausstattung. Was neu hinzukommt, ist die Reife von Generativer KI (GenAI) in der Logistik: Während klassische KI Zahlen vorhersagt (Ankunftszeiten, Bedarfsprognosen, Kommissionier-Reihenfolgen), übernimmt GenAI kommunikative und administrative Aufgaben — automatisierte Zollabwicklung, Warennummern-Klassifikation, Dokumentenerstellung und natürlichsprachige Abfragen auf Lagerdaten.

Wie das Logistik Journal in seinem Trendreport analysiert, ist 2026 das Jahr der operativen Exekution: Die Integration von KI-Modellen für prädiktive Planung, automatisierte Dokumentenabwicklung und Risikomanagement wird flächendeckend in die operative IT-Landschaft eingebunden. Für den innerbetrieblichen Transport bedeutet das konkret: KI-optimierte Routenplanung für Routenzüge und FTS kann Leerfahrten spürbar reduzieren, prädiktive Wartung (Predictive Maintenance) auf Basis von Sensorik-Daten verlängert die Lebensdauer von Fördertechnik-Komponenten, und KI-gestützte Bedarfsprognosen ermöglichen eine dynamische Taktung der Materialversorgung statt starrer Fahrpläne. Die in Anbieter- und Praxisberichten genannten Einsparungen liegen je nach Ausgangslage oft im zweistelligen Prozentbereich — sie sind allerdings stark vom konkreten Anwendungsfall abhängig und sollten nicht ungeprüft übernommen werden.

Ein unterschätzter Aspekt: Die KI-Integration erfordert keine eigenständige IT-Abteilung. Viele WMS-Anbieter (etwa SAP EWM, Manhattan Associates, Körber, Ehrhardt + Partner) haben Machine-Learning-Module bereits in ihre aktuellen Releases integriert. Für mittelständische Betriebe bedeutet das: Ein Software-Update — kein Neu-Implementierungsprojekt — kann die Materialfluss-Steuerung bereits messbar verbessern. Die Herausforderung liegt weniger in der Technologie als in der Datenqualität: Wer keine sauberen Stammdaten (Artikelmaße, Gewichte, Durchlaufzeiten, Verbrauchshistorien) pflegt, wird von keinem KI-Algorithmus profitieren.

Trend 2: AMR verdrängen starre Fördertechnik — Brownfield statt Greenfield

Autonome Mobile Roboter (AMR) sind 2026 in modernen Verteilzentren allgegenwärtig. Sie erfordern keine baulichen Veränderungen wie Schienen oder Induktionsschleifen und können je nach Auftragslage flexibel zwischen verschiedenen Lagerbereichen oder sogar Standorten verschoben werden. Der entscheidende Trend: Brownfield-Automatisierung. Da Neubauflächen in Europa knapp und teuer sind, muss Automatisierung in bestehenden, oft engen und verwinkelten Hallen stattfinden. Technologien, die ohne große Infrastruktur-Eingriffe in alten Gebäuden funktionieren — AMR, Cube-Storage-Systeme, intelligente Staplerleitsysteme — erleben einen Boom.

Für die Fördertechnik hat das weitreichende Konsequenzen: Die Zeiten von starr verbauten, tonnenschweren Förderbändern, die auf 20 Jahre abgeschrieben werden, neigen sich dem Ende. Der Markt verlangt nach Skalierbarkeit — modulare Förderstrecken, die in Wochen statt Monaten installiert werden können und bei verändertem Layout umziehen. Das Plug-and-Play-Prinzip, bei dem neue Automatisierungskomponenten ohne langwierige Implementierung in bestehende Systeme integriert werden, reduziert Inbetriebnahme-Kosten und schafft einen agilen Automatisierungsbaukasten.

In der Praxis sieht das so aus: Ein mittelständischer Betrieb mit 5.000 m² Lagerfläche startet mit einigen wenigen AMR für die Behälter-Kommissionierung (Investition grob im mittleren fünfstelligen Bereich), skaliert in der Peak-Saison über ein Miet-/Leasingmodell auf mehr Roboter hoch und integriert im zweiten Jahr eine modulare Förderstrecke vom Wareneingang zur Packstation. Kein Betonschneiden, kein Hallenboden-Umbau, keine 18-monatige Implementierung.

Die technischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Brownfield-Automatisierung werden dabei häufig unterschätzt: Der Hallenboden muss ausreichende Ebenheitstoleranzen für Flurförderzeuge einhalten (Orientierung: DIN 18202), die WLAN-Infrastruktur muss flächendeckend verfügbar sein (AMR-Navigation über LiDAR funktioniert autonom, aber die Auftragsübermittlung und Flottensteuerung erfordern ein stabiles Netz), und die Gangbreiten müssen für den gleichzeitigen Betrieb von AMR und bemannten Fahrzeugen ausreichen. Wer diese Voraussetzungen vorab prüft, spart sich die kostspieligsten Nachbesserungen im Projekt.

Trend 3: Hardware-as-a-Service — Automatisierung zum Mieten

Ein markanter Trend, den die LOGISTRA in ihrer LogiMAT-2026-Vorschau hervorhebt: Neben cloudbasierten Softwaremodellen (SaaS) werden zunehmend auch Geräte und Komplettsysteme zur Prozessautomatisierung als Miet- und Leasing-Lösungen angeboten. Hardware-as-a-Service (HaaS) senkt die Einstiegshürde für kleine und mittelständische Unternehmen erheblich — statt einer hohen Einmalinvestition für ein AMR-System wird eine planbare monatliche Miete fällig, inklusive Software-Updates, Wartung und Austausch bei Defekt.

Für den innerbetrieblichen Transport bedeutet das: Routenzug-Systeme, Elektroschlepper und AMR werden nicht mehr nur gekauft, sondern als Full-Service-Paket gemietet — vergleichbar mit dem Leasing-Modell, das in der Gabelstapler-Branche seit Jahrzehnten Standard ist, jetzt aber auf die gesamte Fördertechnik-Infrastruktur ausgedehnt wird. Der Vorteil: Die Automatisierung wird zur variablen statt fixen Kostenposition und kann bei Auftragsrückgang skaliert werden. Der Nachteil: Über die gesamte Laufzeit von fünf bis sieben Jahren ist das Mietmodell in der Regel spürbar teurer als der Kauf — dafür eliminiert es das Investitionsrisiko und bindet kein Kapital. Ein sauberer Vergleich der Gesamtkosten (TCO) über die geplante Nutzungsdauer ist daher Pflicht.

Trend 4: Nachhaltigkeit wird zur harten Währung — CSRD, Energieeffizienz und Kreislaufwirtschaft

Nachhaltigkeit in der Intralogistik ist 2026 kein reiner Marketing-Aspekt mehr, sondern ein operativer Faktor. Auch wenn die CSRD-Berichtspflicht nach der Omnibus-I-Reform unmittelbar nur noch große Unternehmen trifft (mehr als 1.000 Beschäftigte und über 450 Millionen Euro Umsatz; die erste Berichterstattung der zweiten Welle wurde auf 2028 für das Geschäftsjahr 2027 verschoben), wirkt sie über die Lieferkette weiter: Berichtspflichtige Konzerne müssen ihre Scope-3-Emissionen — also die vor- und nachgelagerte Lieferkette — erfassen und fragen entsprechende Daten bei ihren Zulieferern ab. Das hat indirekte, aber reale Auswirkungen auf die Fördertechnik-Beschaffung: Energieverbrauch pro transportierter Einheit wird zur Vergleichskennzahl zwischen Systemalternativen, und Hersteller müssen Daten zu Energieeffizienz, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit ihrer Produkte liefern.

Wie der LogiMAT-Messeleiter Michael Ruchty in einem Interview mit LOGISTIK aktuell zusammenfasst, ist Nachhaltigkeit für die Aussteller verschiedener Branchensegmente ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor: Die Neuheiten 2026 konzentrieren sich auf die Senkung des Energieverbrauchs der Systeme, Stapler und Roboter — und Besucher sollten sich vor Investitionsentscheidungen Auskunft über wiederverwendbare Systemkomponenten, Mehrweglösungen und Circular Economy geben lassen.

Konkrete Technologien, die diesen Trend bedienen: Energierückgewinnung bei Regalbediengeräten und Fördertechnik (Bremsenergie wird in Superkondensatoren gespeichert und beim nächsten Beschleunigungsvorgang wieder abgegeben — je nach System eine spürbare Einsparung gegenüber konventionellen Anlagen). Li-Ion-Batterien mit verlängerter Lebensdauer und Second-Life-Konzept (ausgemusterte Stapler-Batterien werden als stationäre Energiespeicher weiterverwendet). Adaptive Steuerung von Beleuchtung, Heizung und Leistungsaufnahme von Robotern über IoT-basierte Energie-Dashboards. Und modulare Fördertechnik aus recyclingfähigen Materialien mit standardisierten Verbindungselementen, die bei Layoutänderungen demontiert und an anderer Stelle wiederverwendet werden können.

Trend 5: Human-Centric Logistics — der Mensch bleibt, die Belastung sinkt

Der akute Arbeitskräftemangel erzwingt eine Intralogistik, bei der Automatisierung nicht Personal ersetzt, sondern dessen körperliche Belastung reduziert und Produktivität sichert. Cobots (kollaborative Roboter) übernehmen repetitive Hebe- und Tragevorgänge. Exoskelette unterstützen Mitarbeiter bei schweren Lasten. Und ergonomische Arbeitsplatzgestaltung — von höhenverstellbaren Kommissionier-Stationen bis zur automatischen ABC-Zonierung im WMS — wird zum Hygienefaktor, ohne den kaum noch neues Personal gewonnen werden kann.

Für den innerbetrieblichen Transport ist dieser Trend besonders relevant: Routenzug-Fahrer, Staplerfahrer und Kommissionierer gehören zu den Berufsgruppen mit den höchsten Muskel-Skelett-Belastungen in der Logistik. Die Antwort ist nicht die vollständige Automatisierung (die in den meisten Brownfield-Szenarien unwirtschaftlich ist), sondern die Teilautomatisierung: automatisierte Be- und Entladung am Routenzug-Bahnhof, elektrische Nachlauflenkung für spurtreues Fahren in engen Gängen und KI-gestützte Disposition, die den Routenzug-Fahrer von der Entscheidung „welcher Anhänger an welche Station" entlastet. Die Investition in Ergonomie und Teilautomatisierung hat eine doppelte Rendite: Sie senkt die krankheitsbedingten Ausfallkosten und erhöht zugleich die Attraktivität als Arbeitgeber in einem Markt, in dem qualifizierte Logistikfachkräfte zwischen mehreren Angeboten wählen können.

Trend 6: Digitale Zwillinge und IoT — die virtuelle Halle vor der realen Investition

Digitale Zwillinge — virtuelle Abbilder realer Lageranlagen — erlauben Simulationen und Vorhersagen, bevor reale Anpassungen vorgenommen werden: Engpässe identifizieren, Layouts optimieren, Durchsatzszenarien durchspielen, Routenzug-Taktzeiten validieren. In Kombination mit IoT-Sensorik (Vibrationssensoren an Fördertechnik, Temperatursensoren an Batterien, Verschleißsensoren an Rädern und Rollen) entsteht ein durchgehend datengestützter Betrieb, der weit über einfache Statusanzeigen hinausgeht.

Für mittelständische Betriebe wird dieser Trend durch Cloud-basierte Plattformen zugänglich: Statt einer hohen Investition in eigene Simulationssoftware nutzen Logistikplaner cloudbasierte Tools, die auf Basis realer Bewegungsdaten (aus Flottenmanagement-Systemen, WMS-Schnittstellen und IoT-Sensorik) einen digitalen Zwilling generieren — meist im planbaren monatlichen SaaS-Modell. Der Nutzen: Vor der Investition in ein neues Routenzugsystem wird die Zykluszeit in der virtuellen Halle validiert — statt im laufenden Betrieb zu scheitern.

Die IoT-Nachrüstung von Bestandsflotten ist dabei der pragmatischste Einstieg: Vibrationssensoren an Rollenförderern erkennen Lagerschäden oft Wochen bevor sie zum Ausfall führen (überschaubare Kosten pro Sensorpunkt, ROI häufig schon nach dem ersten verhinderten ungeplanten Stillstand). Batterieüberwachungssysteme für Elektrostapler und -schlepper optimieren die Ladezyklen und können die Batterielebensdauer verlängern. Und Verschleißsensoren an Rädern und Rollen — besonders relevant bei Routenzügen mit hoher Kilometerleistung — signalisieren den Austauschzeitpunkt, bevor der Rollwiderstand die Zugkraft überschreitet und die Energiekosten steigen.

Trend 7: Interoperabilität und offene Standards — VDA 5050 und darüber hinaus

Die herstellerübergreifende Steuerung gemischter Flotten — AMR von Hersteller A, Routenzug von Hersteller B, Regalbediengerät von Hersteller C — ist 2026 ein zentrales Software-Thema. Der VDA-5050-Standard hat sich als herstellerübergreifendes Kommunikationsprotokoll für fahrerlose Transportsysteme (FTS/AMR) etabliert und wird zunehmend auch auf bemannte Routenzüge und konventionelle Fördertechnik ausgedehnt. Das Ziel: eine einheitliche Flottenmanagement-Schicht, die alle beweglichen Einheiten in der Halle koordiniert — unabhängig vom Hersteller.

Auf der LogiMAT 2026 demonstrierten Plattformanbieter wie idealworks (BMW-Ausgründung mit der AnyFleet-Plattform), Wiferion (induktives Laden für AMR) und KNAPP (KI-gestützte Shuttle-Systeme), dass gemischte Flotten keine Zukunftsvision mehr sind, sondern im Pilot- und Regelbetrieb laufen. Für den Einkauf von Fördertechnik bedeutet das: VDA-5050-Kompatibilität und offene API-Schnittstellen sollten in jeder Ausschreibung als Pflichtanforderung stehen — wer sich für ein geschlossenes System entscheidet, schränkt seine Optionen für die nächsten zehn Jahre ein.

Häufige Fragen zu den Fördertechnik-Trends 2026

Ist die CSRD-Berichtspflicht 2026 für den Mittelstand verpflichtend?

Für die meisten mittelständischen Betriebe nicht direkt. Mit der Omnibus-I-Reform (in Kraft seit 18. März 2026) wurde der Anwendungsbereich auf Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und über 450 Millionen Euro Umsatz verengt; die zweite Welle berichtet erstmals 2028 für das Geschäftsjahr 2027. Indirekt bleiben Energie- und Emissionsdaten aber relevant, weil große Kunden sie entlang der Lieferkette anfragen.

Lohnt sich Hardware-as-a-Service gegenüber dem Kauf?

Das hängt von der Auftragslage ab. HaaS senkt die Einstiegshürde und macht Automatisierung zur variablen Kostenposition, ist über fünf bis sieben Jahre aber meist teurer als der Kauf. Bei schwankendem Volumen und begrenztem Kapital kann es trotzdem die bessere Wahl sein — ein TCO-Vergleich über die geplante Nutzungsdauer schafft Klarheit.

Was ist Brownfield-Automatisierung?

Die Automatisierung bestehender, oft enger Hallen ohne große bauliche Eingriffe. Statt Schienen oder fest verbauter Fördertechnik kommen flexible AMR, Cube-Storage und modulare Förderstrecken zum Einsatz. Voraussetzungen sind ein ausreichend ebener Boden, flächendeckendes WLAN und genügend breite Gänge für den Mischverkehr.

Warum ist VDA 5050 für die Beschaffung wichtig?

VDA 5050 ist das herstellerübergreifende Kommunikationsprotokoll für fahrerlose Transportsysteme. Wer VDA-5050-Kompatibilität und offene Schnittstellen in der Ausschreibung fordert, kann später Fahrzeuge verschiedener Hersteller in einer Flotte kombinieren und vermeidet einen langfristigen Hersteller-Lock-in.

Welche Trends sind für kleinere Betriebe sofort relevant?

Vor allem drei: KI-Module im bestehenden WMS/TMS prüfen (oft als Update verfügbar), HaaS-Modelle für die nächste Investition bewerten und Energiedaten der Fördertechnik erfassen — meist weniger wegen einer eigenen CSRD-Pflicht als wegen Anfragen großer Kunden.

Fazit: Was für mittelständische Betriebe jetzt relevant ist

Nicht jeder Trend betrifft jedes Unternehmen. Wer 50 Mitarbeiter im Lager hat, braucht 2026 keinen humanoiden Roboter und kein Cube-Storage-System. Aber drei der sieben Trends sind für jeden Betrieb mit innerbetrieblichem Transport sofort relevant: Erstens die Prüfung, ob KI-gestützte WMS-Module die bestehende Materialfluss-Steuerung verbessern können (oft als Upgrade im bestehenden WMS verfügbar). Zweitens die Bewertung von HaaS-Modellen für die nächste Stapler- oder Routenzug-Investition — die variable Kostenstruktur passt besser zu unsicheren Auftragsprognosen als der Kapitalkauf. Drittens die Nachhaltigkeitsdaten: Energieverbrauchsdaten der Fördertechnik-Flotte erfassen und dokumentieren — ob für eine eigene CSRD-Pflicht (sofern das Unternehmen die hohen Schwellen überschreitet) oder, viel häufiger, weil große Kunden diese Daten entlang der Lieferkette anfragen.

Der 33. Deutsche Materialfluss-Kongress fand 2026 erstmals in Dortmund statt (15.–16. April) — erstmals gemeinsam mit dem TEST CAMP INTRALOGISTICS in der Westfalenhalle und unter dem Leitthema „Next Stop: Beyond Automation". Teilnehmende konnten dort nicht nur Fachvorträge hören, sondern die neuesten Intralogistik- und Robotiklösungen direkt testen, darunter die Finalisten des IFOY Award. In Kombination mit der LogiMAT im März boten diese beiden Frühjahrs-Veranstaltungen den kompaktesten Überblick über den Stand der Technik. Wer eine Investitionsentscheidung in Fördertechnik oder Automatisierung vor sich hat, findet in den Anwender- und Nachberichten dieser Kongresse — und in den kommenden Ausgaben — die wertvollste Quelle: nicht die Produktbroschüren, sondern die Gespräche mit Anwendern, die bereits zwei Jahre Betriebserfahrung mit den Systemen haben, die auf den Messeständen als Neuheit angepriesen werden.

Checkliste — Fördertechnik-Trends 2026 umsetzen:
  • KI-Module im bestehenden WMS/TMS prüfen — prädiktive Bedarfsplanung und Routenoptimierung oft als Update verfügbar
  • AMR-Potenzial im Brownfield bewerten: Gangbreiten, Bodenqualität, WLAN-Abdeckung als Grundvoraussetzungen
  • HaaS-Angebote für die nächste Investition einholen — Miet- vs. Kaufvergleich über fünf Jahre (TCO)
  • Nachhaltigkeitsrelevante Energiedaten der Fördertechnik-Flotte erfassen (kWh/Transporteinheit) — für eigene Pflicht oder Kundenanfragen
  • Energierückgewinnungs-Potenzial bei Regalbediengeräten und Förderstrecken prüfen
  • Ergonomie-Investitionen als Personalgewinnungs-Instrument budgetieren, nicht nur als Compliance
  • VDA-5050-Kompatibilität in jede Fördertechnik-Ausschreibung aufnehmen
  • Digitalen Zwilling als Cloud-SaaS testen — vor der nächsten Layout-Änderung oder Routenzug-Einführung
  • IoT-Nachrüstung für Bestandsflotte bewerten (Vibrationssensoren, Batterieüberwachung, Verschleißerkennung)
  • Modulare Fördertechnik bevorzugen — standardisierte Verbindungselemente für spätere Umkonfiguration
  • Nachberichte von LogiMAT (24.–26. März, Stuttgart) und Materialfluss-Kongress auswerten — über 1.600 Aussteller, Produktpremieren im dreistelligen Bereich
  • Investitionsentscheidungen an Skalierbarkeit messen: Kann das System bei +30 % Volumenwachstum mitwachsen?
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