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Sicherheitsschuhe im Vergleich 2026: S1, S2, S3 und neue Schutzklassen nach EN ISO 20345

Rund zehn Millionen Paar Sicherheitsschuhe werden jährlich in Deutschland verkauft — und dennoch herrscht bei der Auswahl häufig Unsicherheit: Reicht S1 für die Werkstatt? Braucht die Produktion S3 oder genügt S1P? Was bedeuten die neuen Schutzklassen S6 und S7? Die EN ISO 20345 in der überarbeiteten Fassung von 2022 hat das Klassifizierungssystem erweitert und die Prüfanforderungen verschärft. Dieser Leitfaden erklärt die Unterschiede zwischen den Schutzklassen, ordnet die neuen Kennzeichnungen ein und zeigt, wie Betriebe den passenden Fußschutz systematisch auswählen und beschaffen.

Verschiedene Sicherheitsschuhe der Klassen S1, S1P und S3 nebeneinander aufgereiht in einer Werkstatt

EN ISO 20345: Der normative Rahmen für Sicherheitsschuhe

Die europäische Norm DIN EN ISO 20345 ist die zentrale Grundlage für Sicherheitsschuhe in Europa. Sie definiert die sicherheitstechnischen Grundanforderungen, die Prüfverfahren und die Klassifizierung aller Sicherheitsschuhe, die auf dem europäischen Markt in Verkehr gebracht werden. Die Version EN ISO 20345:2011 wurde 2022 durch die überarbeitete Fassung EN ISO 20345:2022 ersetzt, die seit März 2023 für alle neu zertifizierten Schuhe verbindlich ist. Bereits zertifizierte Modelle nach der alten Norm dürfen weiterhin verkauft und getragen werden, solange deren Zertifikat gültig ist — im Übergang befinden sich daher beide Normversionen parallel im Markt.

Die Grundanforderung an jeden Sicherheitsschuh nach EN ISO 20345 ist die Zehenschutzkappe: Sie muss einer Stoßenergie von mindestens 200 Joule und einer statischen Druckkraft von mindestens 15 kN standhalten. Das entspricht dem Aufprall eines etwa 20 Kilogramm schweren Gegenstands aus einem Meter Höhe. Die Zehenschutzkappe kann aus Stahl, Aluminium oder Kunststoff (Polycarbonat, Glasfaser-Komposite) bestehen — alle Materialien müssen die gleichen Prüfanforderungen erfüllen. Kunststoffkappen sind leichter (40 bis 60 Gramm gegenüber 80 bis 120 Gramm bei Stahl), kälteisolierend und metallfrei, was für ESD-Arbeitsplätze und Bereiche mit Metalldetektoren relevant ist. Stahlkappen bieten bei geringerer Wandstärke den gleichen Schutz und sind kostengünstiger, leiten aber Kälte stärker und lösen Metalldetektoren aus.

Schutzklassen S1 bis S5: Aufbau und Unterschiede

Die Schutzklassen bauen hierarchisch aufeinander auf — jede höhere Klasse enthält alle Anforderungen der darunterliegenden plus zusätzliche Schutzeigenschaften. Die Basisklasse SB umfasst ausschließlich die Zehenschutzkappe und wird in der Industrie selten eingesetzt, da wesentliche Schutzeigenschaften fehlen.

Schutzklasse S1: Der Einstieg für trockene Innenbereiche

Sicherheitsschuhe der Klasse S1 bieten neben der Zehenschutzkappe drei weitere Pflichtanforderungen: einen geschlossenen Fersenbereich (Schutz gegen eindringende Gegenstände von hinten), antistatische Eigenschaften (Ableitwiderstand zwischen 100 kΩ und 1.000 MΩ, Schutz gegen elektrostatische Aufladung) und ein Energieaufnahmevermögen im Fersenbereich (mindestens 20 Joule, Entlastung von Rücken und Gelenken). Unter der alten Norm 2011 war zusätzlich eine kohlenwasserstoffbeständige Sohle (FO) Pflicht; nach der neuen Norm 2022 ist FO optional und wird als Zusatzkennzeichnung geführt. S1-Schuhe sind für trockene Innenbereiche geeignet: Werkstätten, Lager, Montage, Leichtindustrie und Logistikhallen ohne Nassbearbeitung oder Außeneinsatz.

Schutzklasse S1P: Zusätzlicher Durchtrittsschutz

Die Schutzklasse S1P erweitert S1 um einen Durchtrittschutz in der Sohle — eine Einlage, die verhindert, dass spitze Gegenstände (Nägel, Schrauben, Metallspäne) von unten durch die Sohle in den Fuß eindringen. Der Durchtrittschutz kann aus Stahl (Kennzeichnung P, Prüfnagel 4,5 mm Durchmesser) oder aus textilem Material bestehen. Die neue Norm 2022 differenziert hier feiner: PL kennzeichnet einen textilen Durchtrittsschutz, der mit einem 4,5-mm-Prüfnagel getestet wurde, PS einen textilen Schutz mit 3-mm-Prüfnagel. Daraus ergeben sich die neuen Unterklassen S1PL und S1PS. Textile Durchtrittschutzeinlagen sind leichter, flexibler und decken die gesamte Sohlenfläche ab — Stahleinlagen lassen konstruktionsbedingt einen schmalen Randspalt. S1P ist der Werkstattklassiker für trockene Umgebungen mit Durchtrittsgefahr: Schlosserei, Metallverarbeitung, Maschinenbau.

Schutzklasse S2: Wasserabweisung ohne Durchtrittsschutz

S2-Schuhe bieten alle Eigenschaften von S1, ergänzt um ein wasserabweisendes Obermaterial. Das Obermaterial — in der Regel Leder — wird einem Spritzwassertest unterzogen: 60 Minuten in einer normdefinierten Prüfanordnung mit stehender Wasserschicht. Das Material darf dabei nicht mehr als 30 Prozent seines Volumens an Wasser aufnehmen. Wichtig: S2-Schuhe sind wasserabweisend, nicht wasserdicht — bei längerem Kontakt mit stehendem Wasser oder starkem Regen dringt Feuchtigkeit ein. S2 eignet sich für Arbeitsplätze mit gelegentlicher Feuchtigkeit: Außenlager, Werkstätten mit Nassreinigung, leichte Außenarbeiten ohne ständigen Wasserkontakt. In der Praxis wird S2 seltener nachgefragt als S1P oder S3, da S3 den Durchtrittsschutz einschließt.

Schutzklasse S3: Der Allrounder für anspruchsvolle Umgebungen

Die Schutzklasse S3 vereint alle Eigenschaften von S2 (wasserabweisendes Obermaterial, geschlossene Ferse, Antistatik, Energieaufnahme) mit dem Durchtrittschutz und einer profilierten Laufsohle. Die profilierte Sohle (Mindestprofiltiefe 2,5 mm) verbessert die Bodenhaftung auf unebenem, losem oder weichem Untergrund erheblich. S3 ist die am weitesten verbreitete Schutzklasse in der Industrie und im Baugewerbe — sie deckt nahezu alle Gefährdungen im Werkstatt-, Produktions- und Baustellenbereich ab. Auch hier differenziert die neue Norm 2022: S3L (textiler Durchtrittsschutz, 4,5-mm-Prüfnagel) und S3S (textiler Durchtrittsschutz, 3-mm-Prüfnagel) ersetzen schrittweise die bisherige undifferenzierte S3-Kennzeichnung.

Schutzklassen S4 und S5: Polymerstiefel für Nassarbeit

Die Klassen S4 und S5 beschreiben Gesamtpolymer- oder Vollgummischuhe (Klasse II), also Gummistiefel und Polymerstiefel, die vollständig wasserdicht sind. S4 entspricht den Schutzanforderungen von S2 in Stiefelform, S5 ergänzt S4 um Durchtrittschutz und profilierte Laufsohle — vergleichbar mit S3 als Gummistiefel. Typische Einsatzbereiche sind Nassreinigung, Lebensmittelproduktion, Chemie, Kanalarbeit und Landwirtschaft. Die Preisspanne liegt bei 30 bis 120 Euro für einfache S4/S5-Stiefel, hochwertige Modelle mit thermischer Isolierung und PU-Futter kosten 80 bis 250 Euro.

Neu seit 2022: Schutzklassen S6 und S7

Die wichtigste Neuerung der EN ISO 20345:2022 sind die Schutzklassen S6 und S7, die eine dauerhafte Wasserdichtigkeit (WR — Water Resistant) für Schuhe der Klasse I (Leder und andere Materialien, keine Vollgummistiefel) einführen. S6 entspricht S2 plus WR — der gesamte Schuh ist durch eine Membran (z. B. GORE-TEX oder vergleichbar) dauerhaft wasserdicht für mindestens 80 Minuten unter Prüfbedingungen. S7 entspricht S3 plus WR — dauerhaft wasserdicht, mit Durchtrittsschutz und profilierter Sohle. Auch hier gibt es die Untertypen S7L und S7S je nach Art des textilen Durchtrittsschutzes.

Diese Klassen schließen eine Lücke, die in der Praxis seit Jahren bestand: Bisher gab es keine normierte Kennzeichnung für Lederschuhe oder Textilschuhe mit dauerhafter Wasserdichtigkeit — die alte Kennzeichnung WRU (Water Resistant Upper) beschrieb lediglich ein wasserabweisendes Obermaterial, nicht den gesamten Schuh. S6 und S7 sind daher besonders relevant für Betriebe mit Außenarbeitsplätzen, bei denen Mitarbeitende regelmäßig bei Regen, Schnee oder auf nassem Untergrund arbeiten, aber keine Gummistiefel tragen möchten oder können. Die Mehrkosten gegenüber S3 liegen typisch bei 30 bis 60 Euro pro Paar.

Zusatzkennzeichnungen: ESD, HRO, CI, HI und mehr

Neben der Schutzklasse tragen viele Sicherheitsschuhe Zusatzkennzeichnungen für spezifische Schutzanforderungen. Die wichtigsten für den Werkstatt- und Produktionsbetrieb sind ESD (Electrostatic Discharge, Ableitwiderstand unter 35 MΩ, deutlich strenger als die antistatische Grundanforderung von 1.000 MΩ — Pflicht an ESD-geschützten Arbeitsplätzen gemäß DIN EN 61340-5-1), HRO (Heat Resistant Outsole, Laufsohle hält Kontakthitze von 300 °C für 60 Sekunden stand — relevant für Gießerei, Schweißarbeitsplätze und Heißumformung), CI (Cold Insulation, Kälteisolierung des Sohlenkomplexes — für Kühlhäuser, Außenarbeit im Winter und Tiefkühllager), HI (Heat Insulation, Wärmeisolierung der Sohle — für heiße Böden in Gießereien und Glasindustrie), SR (Slip Resistance, höchste Rutschhemmungsstufe, getestet auf Keramikfliesen mit Glyzerin — ersetzt die alte SRC-Kennzeichnung) und AN (Ankle Protection, zusätzlicher Knöchelschutz — für Arbeiten mit erhöhtem Umknickrisiko auf unebenem Gelände).

Neu hinzugekommen mit der Norm 2022 sind außerdem SC (Scuff Cap, abriebfester Zehenbereich für stark beanspruchte Bereiche), CR (Cut Resistance, Schnittschutz im Obermaterial) und LG (Ladder Grip, Rutschhemmung auf Leitersprossen — geprüft auf einer Stahl-Leitersprosse mit definierter Belastung). Letztere ist für Betriebe interessant, in denen Beschäftigte häufig Leitern benutzen — etwa bei Wartungsarbeiten oder Lagertätigkeiten in Regalhöhe.

Systematische Auswahl: Von der Gefährdungsbeurteilung zum richtigen Schuh

Die Auswahl des richtigen Sicherheitsschuhs beginnt nicht beim Katalog, sondern bei der Gefährdungsbeurteilung nach § 5 ArbSchG. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, für jeden Arbeitsplatz die mechanischen, thermischen, chemischen und elektrischen Gefährdungen für die Füße zu ermitteln und daraus die erforderliche Schutzklasse und Zusatzkennzeichnungen abzuleiten. Die DGUV Regel 112-191 „Benutzung von Fuß- und Knieschutz" enthält branchenspezifische Beispielsammlungen, die als Orientierung dienen — sie ersetzen die Gefährdungsbeurteilung jedoch nicht.

In der Praxis lassen sich die gängigsten Werkstatt- und Produktionsbereiche wie folgt zuordnen: Für die mechanische Werkstatt mit Span- und Metallbearbeitung ist S1P oder S3 die Regelwahl — der Durchtrittsschutz sichert gegen Späne, Schrauben und Metallreste am Boden. Für trockene Montagebereiche ohne Durchtrittsgefahr genügt S1 mit antistatischer Sohle. Für Schweißarbeitsplätze ist S3 plus HRO (hitzebeständige Sohle) erforderlich, um gegen Funkenflug und heiße Metallspritzer geschützt zu sein. Für Außenarbeitsplätze und Bauhöfe empfiehlt sich S3 als Minimum, bei regelmäßigem Regen- oder Nassarbeitseinsatz die neue Klasse S7 oder alternativ S5 als Gummistiefel. Für ESD-geschützte Arbeitsplätze in der Elektronikfertigung ist S1 mit ESD-Kennzeichnung die Standardlösung. Für Kühlhäuser und Tiefkühllager ist S3 mit CI-Kennzeichnung (Kälteisolierung) notwendig.

Obermaterial, Sohle und Passform: Qualitätskriterien in der Praxis

Das Obermaterial bestimmt maßgeblich Tragekomfort, Atmungsaktivität und Langlebigkeit des Sicherheitsschuhs. Glattleder (Rindsleder, Vollleder) ist der Klassiker für S2 und S3 — robust, wasserabweisend nach Imprägnierung, reparierbar und langlebig. Nubukleder (angerautes Leder) ist weicher und bequemer, aber empfindlicher gegen Feuchtigkeit und Verschmutzung. Mikrofaser und Textilmaterialien kommen zunehmend bei S1- und S1P-Schuhen zum Einsatz — sie sind leichter, atmungsaktiver und schneller trocknend, aber weniger abriebfest und nicht wasserabweisend.

Bei der Sohle unterscheidet man zwischen PU (Polyurethan, leicht, dämpfend, gute Isolation, begrenzte Hitzebeständigkeit bis ca. 130 °C), PU/PU-Zweikomponentensohle (leichte Zwischensohle, abriebfeste Laufsohle, Standardkonstruktion für Werkstatt- und Industrieschuhe), PU/Gummi (PU-Zwischensohle für Dämpfung, Gummi-Laufsohle für Hitzebeständigkeit bis 300 °C — Standard für HRO-Schuhe in Gießerei und Schweißbetrieb) und TPU (thermoplastisches Polyurethan, sehr abriebfest und ölbeständig, schwerer als PU, für stark beanspruchte Industrieumgebungen). Nitrilgummi-Sohlen bieten höchste Hitzebeständigkeit und werden bei Gießerei- und Schmelzarbeitsschuhen eingesetzt.

Die Passform ist der am häufigsten unterschätzte Faktor bei der Beschaffung. Ein Sicherheitsschuh, der drückt, zu eng sitzt oder zu schwer ist, wird von Beschäftigten nicht akzeptiert — die Folge sind Ausweichverhalten (private Schuhe statt Sicherheitsschuhe), Fußbeschwerden, Blasen und langfristig orthopädische Probleme. Gute Praxis ist daher die Anprobe vor der Bestellung, idealerweise mit Belastungstest (Treppensteigen, Hocken, Gehen auf verschiedenen Untergründen), die Berücksichtigung von Weiten (viele Hersteller bieten Normalweite und Überweite) und die Möglichkeit, orthopädische Einlagen einzusetzen — hierzu müssen die Schuhe eine herausnehmbare Innensohle haben und für orthopädische Veränderungen nach DGUV Regel 112-191 zugelassen sein.

Beschaffung und Kosten: Was Betriebe kalkulieren müssen

Der Arbeitgeber ist nach PSA-Benutzungsverordnung und § 3 ArbSchG verpflichtet, Sicherheitsschuhe kostenlos bereitzustellen, wenn die Gefährdungsbeurteilung Fußschutz vorschreibt. Die Beschäftigten dürfen nicht an den Kosten beteiligt werden — auch nicht anteilig für höherwertige Modelle, sofern der Betrieb nur ein Grundmodell stellt. Die Gebrauchsdauer von Sicherheitsschuhen ist nicht normativ festgelegt — sie hängt von der Beanspruchung ab. Als Richtwert gelten 6 bis 12 Monate bei starker mechanischer oder chemischer Belastung (Bau, Gießerei, Chemie), 12 bis 18 Monate bei mittlerer Belastung (Werkstatt, Produktion, Lager) und 18 bis 24 Monate bei geringer Belastung (Büro-nahe Industrie, leichte Logistik). Ausschlaggebend für den Austausch ist der Zustand des Schuhs, nicht das Alter — Beschäftigte sind nach DGUV Vorschrift 1 verpflichtet, den Fußschutz vor jeder Benutzung auf sichtbare Mängel zu prüfen.

Die Preisspannen variieren erheblich: S1-Halbschuhe kosten 40 bis 120 Euro, S1P-Halbschuhe 50 bis 150 Euro, S3-Hochschuhe und -Stiefel 70 bis 200 Euro, S7-Modelle mit Membran 100 bis 250 Euro. ESD-Sicherheitsschuhe liegen typisch 10 bis 30 Euro über dem Preis vergleichbarer Modelle ohne ESD-Kennzeichnung. Für einen Betrieb mit 50 Beschäftigten und jährlichem Austausch ergibt sich bei S3-Schuhen ein Jahresbudget von 3.500 bis 10.000 Euro für Fußschutz. Bei Rahmenverträgen mit Fachhändlern oder Nutzung von Arbeitgeberkatalog-Systemen (Schuh-Kontingent pro Mitarbeiter, Bestellung über Webportal) lassen sich die Prozesskosten je Bestellvorgang um 60 bis 80 Prozent senken — die Schuhe selbst werden durch Rahmenverträge typisch 10 bis 20 Prozent günstiger.

Pflege, Lagerung und Lebensdauer

Regelmäßige Pflege verlängert die Lebensdauer von Sicherheitsschuhen erheblich und ist zudem eine Voraussetzung für die Funktionssicherheit. Lederschuhe sollten nach jedem Einsatz von grobem Schmutz befreit und regelmäßig mit geeignetem Lederpflegemittel oder Imprägnierspray behandelt werden — aggressive Lösungsmittel, Waschmaschine und Trockner sind tabu, da sie die Schutzfunktion beeinträchtigen können. Die Imprägnierung ist bei S2- und S3-Schuhen besonders wichtig, da die wasserabweisende Wirkung des Obermaterials mit der Zeit nachlässt. Textilschuhe können vorsichtig mit Bürste und milder Seifenlauge gereinigt werden.

Die Lagerung sollte an einem trockenen, belüfteten Ort bei Raumtemperatur erfolgen — nicht auf Heizkörpern trocknen, nicht in Plastiktüten aufbewahren (Schimmelgefahr). Herausnehmbare Einlegesohlen sollten zum Trocknen herausgenommen und regelmäßig gewechselt werden — die Innensohle ist das Verschleißteil mit der kürzesten Lebensdauer. Ein zweites Paar Sicherheitsschuhe zum täglichen Wechsel ist für Beschäftigte mit ganztägigem Schuhtragen empfehlenswert: Die Schuhe können zwischen den Einsätzen vollständig trocknen, was Geruchsbildung reduziert, die Materialermüdung verzögert und die Fußgesundheit fördert.

Checkliste: Sicherheitsschuhe im Betrieb beschaffen

Vor der Beschaffung:
  • Gefährdungsbeurteilung für alle Arbeitsplätze mit Fußschutzpflicht durchgeführt und dokumentiert?
  • Erforderliche Schutzklasse (S1/S1P/S2/S3/S7) und Zusatzanforderungen (ESD, HRO, CI, SR) aus der Gefährdungsbeurteilung abgeleitet?
  • DGUV Regel 112-191 Beispielsammlung als Orientierung herangezogen?
  • Bedarf an orthopädischem Fußschutz ermittelt (Einlagen, Überweiten)?
Bei der Auswahl:
  • Anprobe mit Belastungstest vor der Bestellung durchgeführt?
  • Mindestens zwei bis drei Modelle verschiedener Hersteller in Betracht gezogen?
  • Passform, Gewicht, Tragekomfort und Akzeptanz bei Beschäftigten geprüft?
  • Herausnehmbare Innensohle für orthopädische Einlagen vorhanden?
  • CE-Kennzeichnung und Konformitätserklärung nach EN ISO 20345 vollständig?
Nach der Beschaffung:
  • Unterweisung der Beschäftigten in Benutzung, Pflege und Sichtprüfung durchgeführt?
  • Betriebsanweisung Fußschutz erstellt und ausgehängt (Muster der DGUV verfügbar)?
  • Austauschintervalle und Nachbestellprozess festgelegt?
  • Entsorgung ausgedienter Sicherheitsschuhe geregelt (Stahlkappen vor Entsorgung entfernen oder separieren)?