Werkstatt

Smart Locker im Unternehmen: Vom Mitarbeiterspind zur automatisierten IT-Ausgabe

Ein Mitarbeiter braucht montags einen Ersatzlaptop, der IT-Helpdesk ist aber erst ab 9 Uhr besetzt. Ein Paket liegt seit drei Tagen an der Pforte, weil der Empfänger im Homeoffice war. Der neue Kollege wartet am ersten Tag eine Stunde auf seine Zugangskarte, weil der Facility-Manager in einer Besprechung steckt. Drei Szenarien, ein Muster: Übergabeprozesse, die von der physischen Anwesenheit einer Person abhängen, sind der Flaschenhals moderner Unternehmensorganisation. Smart Locker lösen dieses Problem — nicht als technische Spielerei, sondern als Infrastruktur-Baustein, der Mitarbeiterspinde, IT-Ausgabetheken und Paketstationen in einem System vereint. Dieser Ratgeber zeigt, wie die Technik funktioniert, welche sechs Anwendungsfälle sich damit abdecken lassen, was die Einführung rechtlich erfordert und wo sie wirtschaftlich Geld spart.

Smart-Locker-System mit Touchscreen-Terminal und verschiedenen Fachgrößen in einem modernen Büroflur

Was ist ein Smart Locker — und was unterscheidet ihn vom klassischen Spind?

Ein Smart Locker ist im Kern ein modulares Schließfachsystem, bei dem jedes einzelne Fach über ein elektronisches Schloss verfügt und über eine zentrale Software gesteuert wird. Die Authentifizierung erfolgt kontaktlos — per RFID-Karte, Smartphone (NFC/Bluetooth), QR-Code, PIN-Code oder einer Kombination dieser Verfahren. Der entscheidende Unterschied zum herkömmlichen Spind mit Zylinder- oder Vorhängeschloss liegt nicht in der Hardware, sondern in der Software: Ein Smart Locker weiß zu jedem Zeitpunkt, welches Fach von welchem Nutzer belegt ist, wann es geöffnet wurde und — bei der IT- und Materialausgabe — was sich darin befindet. Und er kann diese Informationen in Echtzeit an andere Systeme weitergeben.

Moderne Smart-Locker-Plattformen arbeiten cloudbasiert und bieten ein webbasiertes Administrations-Dashboard, über das Facility-Manager Fächer zuweisen, Nutzungsrechte vergeben, Erinnerungsintervalle definieren und Auslastungsstatistiken auswerten. Über REST-API-Schnittstellen lassen sich die Systeme an vorhandene IT-Infrastrukturen anbinden — an Verzeichnisdienste wie Active Directory bzw. Microsoft Entra ID (vormals Azure AD), an Ticketsysteme wie ServiceNow oder Jira, an ERP-Systeme und an Mailserver. Damit wird der Smart Locker von einem passiven Aufbewahrungsmöbel zu einem aktiven Prozessbaustein, der Übergaben automatisiert, Wartezeiten eliminiert und lückenlose Nachverfolgbarkeit schafft.

Der praktische Gewinn lässt sich an einer einfachen Gegenüberstellung ablesen:

Merkmal Klassischer Spind Smart Locker
Zugang Mechanischer Schlüssel / Zahlenschloss RFID, Smartphone, PIN, QR-Code
Zuweisung Fest, manuell durch Verwaltung Fest, dynamisch oder bedarfsgesteuert
Nachverfolgbarkeit Keine Lückenloses Zugriffsprotokoll
Schlüsselverlust Schloss tauschen, Kosten + Aufwand Berechtigung per Klick zurücksetzen
Auslastung (Desk Sharing) 1 Fach je Mitarbeiter, viel Leerstand Geteilte Nutzung, höhere Auslastung
Systemanbindung Insellösung API zu AD, Ticketsystem, ERP, Mail

Warum jetzt? Die Treiber hinter dem Wachstum

Der Markt für Smart-Locker-Systeme wächst kräftig — wie kräftig genau, hängt allerdings stark von der Abgrenzung des jeweiligen Marktforschungsinstituts ab. Die Schätzungen für das Marktvolumen 2024 reichen je nach Definition von rund 2 bis knapp 14 Milliarden US-Dollar. Eine der höheren Prognosen (Future Market Report) sieht das Segment von etwa 13,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf rund 26,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2032 wachsen, was einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 8,5 Prozent entspräche; andere Häuser rechnen mit kleineren Basiswerten, aber teils zweistelligen Wachstumsraten. Unabhängig von der absoluten Zahl zeigt sich über alle Analysen hinweg dieselbe Richtung — ein robustes, anhaltendes Wachstum. Hinter dieser Dynamik stehen drei konkrete Treiber, die auch für deutsche Unternehmen relevant sind.

Der erste Treiber ist hybrides Arbeiten und Desk Sharing. Wenn Mitarbeiter nur noch an zwei oder drei Tagen pro Woche im Büro sind und keinen festen Schreibtisch mehr haben, entfällt auch der feste Spind. Smart Locker ermöglichen stattdessen ein dynamisches Modell: Der Mitarbeiter bucht morgens über die App ein Fach in der Nähe seines heutigen Arbeitsplatzes, nutzt es den Tag über und gibt es abends wieder frei. Das Fach steht am nächsten Tag einem anderen Kollegen zur Verfügung. Dieses „Free Locker"-Modell kann die Auslastung der vorhandenen Fächer deutlich erhöhen — je nach Nutzungsmuster oft um 40 bis 60 Prozent gegenüber fest zugewiesenen Spinden. Das ist ein erheblicher Flächenvorteil in teuren Innenstadtlagen, wo jeder eingesparte Quadratmeter direkt auf die Mietkosten durchschlägt.

Der zweite Treiber ist die Automatisierung von IT-Prozessen. In Unternehmen mit mehreren hundert oder tausend Mitarbeitern erzeugt die manuelle Ausgabe und Rücknahme von IT-Geräten einen erheblichen Personalaufwand. Jeder Laptop-Tausch, jede Headset-Ausgabe, jede Rückgabe eines defekten Monitors erfordert eine persönliche Übergabe, ein Übergabeprotokoll und einen Eintrag im Asset-Management-System. Smart Locker mit integriertem IT-Asset-Tracking erledigen diesen Dreischritt automatisch: Der Mitarbeiter öffnet das zugewiesene Fach, entnimmt das Gerät, und das System dokumentiert Zeitpunkt, Nutzer und Geräte-ID in der CMDB — ohne dass ein IT-Techniker anwesend sein muss.

Der dritte Treiber ist der Paketboom im B2B-Bereich. Auch in Unternehmen steigt das Paketvolumen — durch Online-Bestellungen von Büromaterial, Ersatzteilen und Muster-Sendungen. Die klassische Poststelle als zentrale Annahmestelle wird zum Engpass, wenn Empfänger im Homeoffice sind oder in anderen Gebäudeteilen arbeiten. Smart Locker als interne Paketstation entkoppeln Anlieferung und Abholung zeitlich und räumlich: Der Bote legt das Paket in ein Fach, das System benachrichtigt den Empfänger per E-Mail oder Push-Nachricht, und dieser holt die Sendung ab, wenn es in seinen Zeitplan passt.

Sechs Anwendungsfälle — ein System

Die Stärke moderner Smart-Locker-Plattformen liegt darin, dass dieselbe Hardware und dieselbe Software mehrere Anwendungsfälle gleichzeitig bedienen können. Ein einzelner Schrank kann morgens als Mitarbeiterspind fungieren, mittags ein Paket aufnehmen und nachmittags ein Leih-Tablet für einen Besucher bereitstellen. Die BERGER Smart-Locker-Plattform bündelt diese Vielseitigkeit in sechs zentralen Anwendungsbereichen.

1. Mitarbeiterspind

Der klassischste Anwendungsfall: Mitarbeiter nutzen ein Fach zur Aufbewahrung persönlicher Gegenstände, Arbeitskleidung oder PSA. Im Unterschied zum mechanischen Spind erfolgt die Zuweisung digital — entweder fest durch den Administrator oder dynamisch durch den Mitarbeiter selbst. Die BERGER Mitarbeiterspind-Lösung arbeitet mit RFID-Authentifizierung über den vorhandenen Unternehmensausweis oder per Smartphone; das zugewiesene Fach öffnet sich nach erfolgreicher Anmeldung am Terminal. Über die Anbindung an den unternehmenseigenen Verzeichnisdienst (z. B. Active Directory) lassen sich Mitarbeiterdaten automatisch synchronisieren — wird ein Benutzerkonto deaktiviert, verliert der Mitarbeiter automatisch den Zugang zum Spind. Das selbstverwaltende System entlastet so Facility-Management und Verwaltung spürbar.

2. IT Service Point

Im IT Service Point werden Laptops, Tablets, Headsets, Ladegeräte und IT-Zubehör rund um die Uhr ausgegeben und zurückgenommen — ohne dass ein IT-Techniker physisch anwesend sein muss. Der Mitarbeiter erstellt ein Ticket im Service-Portal, die IT bestückt das zugewiesene Fach, und der Mitarbeiter erhält einen einmaligen Zugangscode per E-Mail. Die Dokumentation aller Vorgänge erfolgt automatisch. Besonders wertvoll ist diese Lösung für Unternehmen mit Schichtbetrieb, dezentralen Standorten oder IT-Teams, die mehrere Gebäude betreuen. Manche Systeme bieten in den Fächern zusätzlich integrierte Ladeanschlüsse oder Netzwerk-Ports, sodass Leihgeräte zwischen den Ausgaben geladen und per Remote-Management aktualisiert werden können.

3. Paketstation (Hauspost)

Die Smart-Locker-Paketstation funktioniert wie eine öffentliche Packstation — aber innerhalb des Unternehmens. Ein Empfangsmitarbeiter oder Paketbote legt die Sendung in ein freies Fach, identifiziert den Empfänger am Touchscreen, und das System versendet automatisch eine Benachrichtigung mit Fachnummer und Zugangscode. Erinnerungsintervalle stellen sicher, dass Pakete nicht wochenlang liegen bleiben. Dasselbe System eignet sich für die interne Hauspost — Dokumente, Muster oder Materialien werden zwischen Abteilungen asynchron übergeben, ohne dass Absender und Empfänger gleichzeitig anwesend sein müssen.

4. Smart Office (Desk Sharing)

Im Smart-Office-Szenario ersetzen dynamisch buchbare Fächer die persönlichen Schreibtischschubladen. Mitarbeiter, die im Desk-Sharing-Modell arbeiten, buchen morgens über App oder Intranet ein Fach in ihrem Gebäudeflügel und verstauen dort Laptop-Tasche, Unterlagen und persönliche Gegenstände. Abends wird das Fach geräumt und steht für den nächsten Tag zur Verfügung. Die Clean-Desk-Policy, die viele Unternehmen ohnehin verfolgen, wird durch Smart Locker erst praktikabel — denn ohne persönliches Staufach müssten Mitarbeiter andernfalls alles täglich nach Hause transportieren.

5. Materialausgabe

In Produktionsbetrieben und Werkstätten dienen Smart Locker als automatisierte Materialausgabe für Werkzeuge, PSA und Verbrauchsmaterial. Der Vorteil gegenüber dem offenen Regal: Jede Entnahme wird personenbezogen dokumentiert, was Schwund reduziert und Nachbestellungen automatisiert. Im Unterschied zum Smart Container, der für Outdoor- und Großmengen-Szenarien konzipiert ist, eignen sich Smart Locker für die Indoor-Ausgabe einzelner hochwertiger Artikel wie Elektrowerkzeuge, Messmittel oder spezielle Schutzausrüstung — inklusive Echtzeit-Bestandsüberwachung.

6. Besucherspind und Click & Collect

Für Besucher, externe Dienstleister oder Handwerker bieten Smart Locker eine temporäre Aufbewahrungsmöglichkeit mit zeitlich begrenztem Zugang. Im Click-&-Collect-Modell können Kunden online bestellte Waren am Unternehmensstandort abholen — gesteuert über PIN-Code, QR-Code oder App, unabhängig von den Öffnungszeiten des Empfangs.

Technische Architektur: So funktioniert ein Smart-Locker-System

Ein Smart-Locker-System besteht aus drei Schichten, deren Zusammenspiel die Funktionalität bestimmt.

Die Hardware-Schicht umfasst den modularen Schrankkorpus aus pulverbeschichtetem Stahl, die elektronischen Schlösser (motorisierte Riegel oder Magnetschlösser), ein Touchscreen-Terminal für die Benutzerinteraktion sowie die Leser-Module (RFID 125 kHz oder 13,56 MHz, NFC, Barcode-Scanner). Die Fachgrößen sind typischerweise in mehreren Varianten konfigurierbar — von kleinen Fächern für Smartphones und Schlüssel über mittlere Fächer für Laptoptaschen und PSA bis hin zu großen Fächern für Pakete und Werkzeugkoffer. Das modulare Baukastenprinzip ermöglicht es, verschiedene Fachgrößen in einem Schrank zu kombinieren und nachträglich umzukonfigurieren; bei Bedarf sind die Korpusse sogar wetterbeständig für den Außeneinsatz erhältlich.

Die Software-Schicht umfasst die cloudbasierte Management-Plattform mit Administrations-Dashboard, Benutzerverwaltung, Zugriffsprotokollen und Auslastungsstatistiken. Die Plattform steuert die Fachzuweisung (fest, dynamisch oder bedarfsgesteuert), versendet Benachrichtigungen, überwacht den Fachstatus in Echtzeit und erzeugt revisionssichere Protokolle für Compliance-Zwecke. Alternativ zum Terminal lässt sich das System auch über App und Onlineportal bedienen. On-Premise-Installationen sind für Unternehmen mit besonderen Datenschutzanforderungen möglich — etwa für Behörden, Finanzdienstleister oder Forschungseinrichtungen.

Die Integrations-Schicht verbindet den Smart Locker über API-Schnittstellen (REST, Webhooks, CSV/XML-Import) mit der vorhandenen IT-Landschaft. Typische Integrationsszenarien umfassen die Anbindung an Active Directory / Microsoft Entra ID für die automatische Benutzersynchronisation, an Ticketsysteme (ServiceNow, Jira Service Management) für den IT-Ausgabe-Workflow, an ERP-Systeme für die Nachbestellung von Verbrauchsmaterial und an Mailserver für Benachrichtigungen. Diese offene Architektur ist entscheidend: Ein Smart Locker, der als Insellösung betrieben wird, bringt nur einen Bruchteil des möglichen Nutzens.

Vergleich: Sechs Anwendungsfälle auf einen Blick

Anwendungsfall Authentifizierung Zuweisung Kernvorteil
Mitarbeiterspind RFID / Smartphone Fest oder dynamisch Desk-Sharing-fähig, AD-Sync
IT Service Point PIN / E-Mail-Code Bedarfsgesteuert (Ticket) 24/7-IT-Ausgabe ohne Personal
Paketstation PIN / QR-Code Automatisch (bei Einlieferung) Asynchrone Übergabe, Erinnerungen
Smart Office Smartphone / NFC Dynamisch (Tagesbuchung) Clean-Desk-Policy umsetzbar
Materialausgabe RFID / PIN Bedarfsgesteuert Schwundreduktion, Nachbestellung
Click & Collect QR-Code / PIN Automatisch (bei Bestellung) 24/7-Abholung, ohne Personal

Einführung im Unternehmen: Sieben Schritte zum Rollout

Schritt 1 — Bedarfsanalyse: Ermitteln Sie, welche Übergabeprozesse heute personengebunden ablaufen und wie hoch das Aufkommen ist. Wie viele Spinde werden tatsächlich genutzt? Wie viele Pakete gehen täglich ein? Wie oft tauscht die IT Geräte aus? Diese Daten bilden die Grundlage für die Dimensionierung.

Schritt 2 — Use-Case-Priorisierung: Starten Sie mit dem Anwendungsfall, der den höchsten Schmerzpunkt löst. In vielen Unternehmen ist das der IT Service Point (hoher Personalaufwand, häufige Wartezeiten) oder die Paketstation (wachsendes Volumen, fehlende Empfänger). Der Mitarbeiterspind als Einstiegsprojekt hat dagegen den Vorteil der hohen Sichtbarkeit — jeder Mitarbeiter profitiert sofort.

Schritt 3 — Standortwahl: Smart Locker müssen dort stehen, wo der Nutzerverkehr stattfindet — am Eingang, im Empfangsbereich, in der Nähe von Aufzügen oder Kantinen. Ein System im Keller wird nicht angenommen. Stromanschluss und WLAN-/LAN-Anbindung müssen am Standort verfügbar sein.

Schritt 4 — IT-Integration: Definieren Sie gemeinsam mit der IT-Abteilung, welche Systeme angebunden werden sollen. Die Verzeichnisdienst-Integration (Active Directory / Entra ID) für die automatische Benutzerverwaltung ist fast immer der erste Schritt. Die Anbindung an Ticketsysteme oder ERP folgt in Phase zwei.

Schritt 5 — Datenschutz klären: Smart Locker erfassen personenbezogene Daten (Nutzerkennung, Zeitstempel, ggf. Fachinhalt). Vor der Einführung ist zu prüfen, ob eine Datenschutz-Folgenabschätzung nach Art. 35 DSGVO erforderlich ist. In Unternehmen mit Betriebsrat ist die Mitbestimmung nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG zu beachten, da das System grundsätzlich geeignet ist, das Verhalten oder die Leistung von Mitarbeitern zu überwachen. Eine Betriebsvereinbarung sollte den Zweck (Zugangskontrolle, nicht Leistungsüberwachung), den Datenzugriff (nur Facility-Management, nicht Vorgesetzte) und die Löschfristen (z. B. 90 Tage) klar regeln.

Schritt 6 — Pilotbetrieb: Starten Sie mit einer Abteilung oder einem Standort, sammeln Sie Feedback und passen Sie die Konfiguration an, bevor Sie unternehmensweit ausrollen. Typische Anpassungen im Pilot betreffen Fachgrößen, Erinnerungsintervalle und die Benutzeroberfläche des Touchscreens.

Schritt 7 — Skalierung: Die modulare Bauweise von Smart-Locker-Systemen ermöglicht eine schrittweise Erweiterung — sowohl in der Anzahl der Fächer als auch in den Anwendungsfällen. Ein System, das als Mitarbeiterspind gestartet ist, kann um Paketfunktion und IT-Ausgabe erweitert werden, ohne die Hardware zu tauschen.

Wirtschaftlichkeit: Wo Smart Locker Kosten senken

Die Investition in ein Smart-Locker-System amortisiert sich über mehrere Stellhebel. Im IT Service Point entfällt die manuelle Geräteübergabe. Ein illustratives Rechenbeispiel: Ein IT-Team führt täglich 15 Gerätetausche durch und benötigt pro Tausch rund 20 Minuten (Übergabe, Protokoll, Asset-Eintrag). Das ergibt ein Einsparpotenzial von etwa 5 Personenstunden pro Tag oder rund 1.000 Stunden pro Jahr. Bei einem vollkostenkalkulierten Stundensatz von 65 Euro für einen IT-Techniker entspricht das einer Größenordnung von rund 65.000 Euro jährlich — die natürlich je nach realem Aufkommen und Automatisierungsgrad variiert.

Im Mitarbeiterspind mit Desk-Sharing-Modell steigt die Fachauslastung typischerweise um 40 bis 60 Prozent. Ein Unternehmen, das ohne Smart Locker 500 Spinde für 500 Mitarbeiter vorhalten müsste, kommt mit dem dynamischen Modell rechnerisch mit rund 300 Fächern aus — eine Einsparung von etwa 200 Schränken inklusive Stellfläche, was in teuren Bürostandorten schnell einen fünf- bis sechsstelligen Betrag ergeben kann.

Im Paketbereich reduziert sich der Personalaufwand an der Poststelle, da die Verteilung vom Boten direkt an das System übergeben wird. Die automatische Dokumentation eliminiert zudem das Risiko verlorener Sendungen und die damit verbundenen Nachforschungskosten. In Summe gilt: Smart Locker rechnen sich vor allem dort, wo ein Übergabeprozess häufig, regelmäßig und bisher personengebunden abläuft.

Häufige Fragen zu Smart Lockern im Unternehmen

Was ist der Unterschied zwischen einem Smart Locker und einem normalen Spind?
Ein normaler Spind wird mechanisch mit Schlüssel oder Zahlenschloss geöffnet und „weiß" nichts über seine Nutzung. Ein Smart Locker öffnet kontaktlos (RFID, Smartphone, PIN, QR-Code), protokolliert jeden Zugriff und lässt sich über eine zentrale Software verwalten und an IT-Systeme anbinden. Dadurch sind dynamische Zuweisung, Desk Sharing und automatisierte Übergaben überhaupt erst möglich.

Welche Authentifizierung ist die richtige?
Das hängt vom Anwendungsfall ab: Für Mitarbeiterspinde bietet sich der vorhandene RFID-Unternehmensausweis an, für die IT-Ausgabe ein einmaliger PIN- oder E-Mail-Code, für Paket- und Click-&-Collect-Szenarien ein QR-Code. Viele Systeme kombinieren mehrere Verfahren in einem Gerät.

Ist die Einführung mitbestimmungspflichtig?
In Unternehmen mit Betriebsrat in der Regel ja. Da ein Smart Locker Zugriffe personenbezogen protokolliert, ist er grundsätzlich geeignet, Verhalten oder Leistung zu überwachen — damit greift § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG. Eine Betriebsvereinbarung, die Zweck, Datenzugriff und Löschfristen festlegt, schafft Klarheit und Akzeptanz.

Lassen sich Smart Locker an bestehende IT-Systeme anbinden?
Ja. Über REST-APIs, Webhooks oder Datei-Importe lassen sich Verzeichnisdienste (Active Directory / Entra ID), Ticketsysteme (ServiceNow, Jira), ERP-Systeme und Mailserver anbinden. Genau diese Integration macht aus dem Möbelstück einen Prozessbaustein — eine reine Insellösung verschenkt einen Großteil des Nutzens.

Eignen sich Smart Locker auch für den Außenbereich?
Ja, sofern wetterbeständige Korpusse gewählt werden. Für Outdoor- und Großmengen-Szenarien gibt es zudem spezielle Smart-Container-Lösungen; Smart Locker selbst sind primär für die Indoor-Ausgabe einzelner, oft hochwertiger Artikel ausgelegt.

Wie viele Fachgrößen sollte man einplanen?
Mindestens drei: klein (Schlüssel, Smartphone, Zubehör), mittel (Laptoptasche, PSA) und groß (Pakete, Werkzeugkoffer). Die genaue Mischung ergibt sich aus der Bedarfsanalyse und lässt sich dank des modularen Aufbaus später anpassen.

Checkliste: Smart-Locker-Einführung im Unternehmen

  • Übergabeprozesse identifizieren: Welche Vorgänge erfordern heute physische Anwesenheit?
  • Use Cases priorisieren: IT-Ausgabe, Mitarbeiterspind, Paketstation oder Materialausgabe?
  • Fachkonfiguration planen: Wie viele kleine, mittlere und große Fächer werden benötigt?
  • Standort festlegen: Hohe Frequenz, Strom, Netzwerk — alle drei Kriterien müssen erfüllt sein
  • IT-Integration definieren: Active Directory / Entra ID, Ticketsystem, ERP, Mailserver
  • Prüfen, ob eine Datenschutz-Folgenabschätzung nach Art. 35 DSGVO erforderlich ist
  • Betriebsrat einbinden und Betriebsvereinbarung abschließen (§ 87 BetrVG)
  • Pilotprojekt mit einer Abteilung starten und Feedback einholen
  • Benutzeroberfläche und Benachrichtigungstexte an das Corporate Design anpassen
  • Skalierungsplan erstellen: Welche Anwendungsfälle folgen in Phase 2 und 3?

Fazit

Der Smart Locker ist kein Möbelstück mehr, sondern Infrastruktur. Sein Wert entsteht nicht aus dem Schrank, sondern aus der Software dahinter — aus der Fähigkeit, einen Übergabeprozess von der Anwesenheit einer Person zu entkoppeln und ihn lückenlos zu dokumentieren. Wer mit dem Anwendungsfall startet, der den größten Schmerzpunkt löst, die IT-Integration von Anfang an mitdenkt und Datenschutz sowie Betriebsrat früh einbindet, bekommt ein System, das mit dem Bedarf mitwächst — vom einzelnen Mitarbeiterspind bis zur unternehmensweiten Plattform für IT-Ausgabe, Hauspost und Desk Sharing.

Produkte finden & vergleichen

Über 59.000 Produkte führender Anbieter aus 6 Kategorien — Regale, Werkbänke, Werkzeug, Lager- & Betriebstechnik, Büromöbel und Verpackung. Suchen, vergleichen, direkt zum Anbieter.

ARTUS Auffangwanne/Bodenwanne, für BxT 2700x1100 mm, Polyethylen Anzeige
ARTUS Auffangwanne/Bodenwanne, für BxT 2700x1100 mm, Polyethylen 1.355,00 €
ARTUS Fassauflage - für 200-Liter-Fass - orange Anzeige
ARTUS Fassauflage - für 200-Liter-Fass - orange 139,00 €
Alle Produkte ansehen →