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Arbeiten im Treppenhaus: Welches Gerüst löst das Höhenproblem auf Treppen sicher und normgerecht?

Wände streichen, Beleuchtung montieren, Brandmelder warten: Arbeiten in Treppenhäusern gehören zum Alltag von Malerbetrieben, Elektroinstallateuren und Facility-Management-Teams. Das zentrale Problem sind die unterschiedlichen Höhenniveaus der Treppenstufen, die sich weder mit einer Stehleiter noch mit einem Standard-Rollgerüst sicher überbrücken lassen. Dieser Beitrag vergleicht die spezialisierten Gerüstlösungen für den Treppeneinsatz und zeigt, worauf Betriebe bei der Auswahl achten sollten.

Aluminium-Fahrgerüst mit höhenverstellbaren Spindeln aufgebaut auf einer Treppe in einem Treppenhaus

Warum Leitern im Treppenhaus ein Sicherheitsproblem sind

Das Aufstellen einer Stehleiter oder Anlegeleiter auf Treppenstufen ist eine der häufigsten Unfallursachen im Bereich der Steigtechnik. Das Grundproblem ist geometrisch: Die Stufen bieten keinen ebenen Untergrund, sodass Leiterfüße entweder auf der Stufenkante kippen oder nur mit einem Holm auf der nächsthöheren Stufe stehen. In beiden Fällen fehlt die Standsicherheit, die eine Leiter gemäß der TRBS 2121 Teil 2 zwingend benötigt.

Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) ist hier eindeutig: Leitern sind als hochgelegener Arbeitsplatz nur zulässig, wenn die Gefährdungsbeurteilung ergibt, dass kein sichereres Arbeitsmittel verhältnismäßig ist (Anhang 1, Abschnitt 3.1.4). Im Treppenhaus ist das in der Regel nicht der Fall, denn es gibt spezialisierte Gerüstlösungen, die genau für diese Situation konstruiert wurden. Wer trotzdem eine Leiter auf einer Treppe verwendet, handelt im Schadensfall fahrlässig und muss mit arbeitsschutzrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Wie ein Treppengerüst das Niveauproblem löst

Ein Treppengerüst gleicht die unterschiedlichen Höhen der Aufstandsfläche durch zwei konstruktive Merkmale aus. Erstens verfügt es über höhenverstellbare Spindelfüße (Niveauausgleich), die auf den einzelnen Treppenstufen individuell angepasst werden können. Über die Spindelmuttern lässt sich der Gerüstrahmen präzise in die Waagerechte bringen. Zweitens sind die Gerüstrahmen so konstruiert, dass sie auch bei asymmetrischer Fußstellung die Lasten sicher ableiten, ohne dass die Konstruktion an Steifigkeit verliert.

Je nach Gerüsttyp kommen zusätzliche Dreieckausleger zum Einsatz, die die Standfläche über die Grundfläche des Gerüsts hinaus vergrößern und so die Kippsicherheit erhöhen. Bei größeren Aufbauhöhen (ab ca. 4 m) sind solche Ausleger in den meisten Aufbauvarianten vorgeschrieben.

Anforderungen an den Aufstellort

Treppenhäuser in Mehrfamilienhäusern, Bürogebäuden und öffentlichen Einrichtungen haben typischerweise eine lichte Breite von 1,00 bis 1,20 m (nach Landesbauordnung mindestens 1,00 m bei Wohngebäuden). Das Gerüst muss daher schmal genug sein, um in diesen Raum zu passen, gleichzeitig aber eine ausreichend große Arbeitsfläche bieten. Gängige Treppengerüste haben eine Rahmenbreite von 0,65 bis 0,75 m und eine Plattformlänge von 1,20 bis 1,80 m. Dabei ist zu beachten, dass das Treppenhaus während der Arbeiten unter Umständen als Fluchtweg eingeschränkt sein kann. Die Abstimmung mit dem Brandschutzbeauftragten oder der Hausverwaltung ist daher ratsam.

Drei Gerüstkonzepte für den Treppeneinsatz im Vergleich

Auf dem deutschen Markt haben sich drei grundlegende Konzepte für den Treppeneinsatz etabliert: das spezialisierte Ein-Personen-Gerüst mit Treppen-Erweiterungsset, das modulare Rollgerüst mit Treppenfähigkeit und das dedizierte Treppengerüst mit integriertem Treppenaufstieg. Der folgende Vergleich stellt die wichtigsten Vertreter dieser Kategorien gegenüber.

Altrex MiTOWER STAIRS: Ein-Personen-Aufbau auf der Treppe

Das Altrex MiTOWER STAIRS ist ein Erweiterungsset für die bestehenden MiTOWER- und MiTOWER PLUS-Gerüste. Die Besonderheit liegt darin, dass eine einzelne Person das Gerüst sicher auf einer Treppe aufbauen kann, ohne Hilfe eines Kollegen. Das MiTOWER-System wurde 2014 als erstes Fahrgerüst eingeführt, das den normenkonformen Aufbau durch nur eine Person ermöglicht. Das STAIRS-Erweiterungsset erweitert diese Fähigkeit auf den Treppeneinsatz.

Der Aufbau funktioniert über Gummifüße (statt der üblichen Rollen), die in die höhenverstellbaren Spindelbeine eingesetzt werden. Die Spindeln gleichen den Höhenunterschied der Treppenstufen aus und werden mit einer Wasserwaage exakt nivelliert. Doppelte Geländerstreben, ein Klauensystem und der patentierte Aufhängemechanismus für die Plattformen sorgen dafür, dass der Aufbau systematisch und sicher erfolgt. Optionale Dreieckausleger erhöhen die Kippsicherheit bei größeren Arbeitshöhen.

Das MiTOWER erreicht Arbeitshöhen bis 6,20 m, das MiTOWER PLUS bis 8,20 m. Die Rahmenbreite von 0,75 m passt in die meisten Treppenhäuser. Das Gerüst ist nach Abbau als kompakter Rollwagen transportierbar und passt durch jede gängige Türöffnung. Das STAIRS-Erweiterungsset ist für beide MiTOWER-Varianten erhältlich und wird von der BG BAU im Rahmen der Arbeitsschutzprämien mit bis zu 25 % des Kaufpreises (maximal 500 Euro) gefördert.

KRAUSE ClimTec: Modulares System mit Treppenfähigkeit

Das KRAUSE ClimTec ist ein modulares Rollgerüst, das durch seine Konstruktion auch auf Treppen und Absätzen einsetzbar ist. Die Belagbühnen lassen sich in jeder Sprosse des Vertikalrahmens einhängen, sodass der Höhenunterschied von Treppenstufen durch das Versetzen der Bühnen ausgeglichen werden kann. Die V-förmige Schiebetraverse vergrößert die Standfläche und ermöglicht wandnahes Arbeiten. Höhenverstellbare Rollen (150 mm, davon 115 mm verstellbar) dienen als Niveauausgleich.

Das ClimTec-System bietet Arbeitshöhen von 3,00 bis 7,00 m. Die Rahmenbreite beträgt 0,65 m, die Plattformfläche 1,50 × 0,60 m. Der Aufbau erfolgt werkzeuglos über Steckverbindungen und das patentierte GuardMatic-System, das beim Aufsteigen automatisch eine Absturzsicherung gewährleistet. Bei Arbeitshöhen über 5 m sind allerdings je nach Aufbauvariante Ausleger oder Ballastgewichte erforderlich. Der Aufbau erfordert in der Regel zwei Personen, sobald die erste Aufstockung montiert wird.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis des ClimTec ist im Markt bekannt: Die Grundversion mit höhenverstellbaren Rollen beginnt bei rund 730 Euro netto, die Konfiguration für 7 m Arbeitshöhe liegt bei etwa 1.130 Euro netto (Stand Frühjahr 2026). Das Gerüst wurde in der Zeitschrift „Heimwerker Praxis" mit der Gesamtnote 1,2 bewertet und ist nach DIN EN 1004-1 zugelassen.

Layher Uni Komfort Treppengerüst: Der Spezialist für große Höhen

Das Layher Uni Komfort Treppengerüst ist ein dediziertes Treppengerüst mit integriertem Treppenaufstieg innerhalb der Gerüstkonstruktion. Statt über innenliegende Leitern (wie beim ClimTec) steigt der Nutzer über Aluminiumtreppen mit durchgehendem Handlauf auf. Das ist insbesondere bei häufigem Auf- und Absteigen und beim Transport von Werkzeug oder Material ein erheblicher Komfortvorteil.

Die Arbeitsfläche beträgt 1,80 × 1,50 m und bietet damit ausreichend Platz für zwei Personen. Das Layher-System ist modular erweiterbar von 4,20 m bis 14,20 m Arbeitshöhe, was es für Arbeiten in hohen Treppenhäusern von Verwaltungsgebäuden, Schulen oder Krankenhäusern qualifiziert. Die Konstruktion verwendet konische Rohrverbinder für leichtgängige Steckverbindungen und Einrastklauen für schnelle, sichere Arretierung.

Der Nachteil ist der Preis: Das Layher Uni Komfort Treppengerüst beginnt bei rund 2.775 Euro netto für die kleinste Konfiguration (4,20 m Arbeitshöhe) und erreicht bei 14,20 m Arbeitshöhe über 10.000 Euro netto. Zudem ist das System deutlich schwerer und sperriger als die kompakteren Alternativen, was den Transport und die Lagerung anspruchsvoller macht. Für Betriebe, die regelmäßig in hohen Treppenhäusern arbeiten, kann sich die Investition dennoch schnell amortisieren.

Vergleichstabelle: Treppengerüste im Überblick

Die folgende Tabelle stellt die drei Gerüstsysteme anhand der praxisrelevanten Kriterien gegenüber. Preise und Spezifikationen basieren auf Herstellerangaben und Händlerangeboten (Stand: Frühjahr 2026).

Kriterium Altrex MiTOWER STAIRS KRAUSE ClimTec Layher Uni Komfort
Arbeitshöhe bis 6,20 m (MiTOWER) / 8,20 m (PLUS) bis 7,00 m 4,20 bis 14,20 m
Plattformfläche 1,20 × 0,75 m (MiTOWER) / 1,65 × 0,75 m (PLUS) 1,50 × 0,60 m 1,80 × 1,50 m
Rahmenbreite 0,75 m 0,65 m 1,50 m
Aufbau durch 1 Person 1 bis 2 Personen 2 Personen
Niveauausgleich Spindelfüße mit Gummifuß Höhenverstellbare Rollen (115 mm) Spindelfüße
Aufstieg im Gerüst Innenliegende Sprossen Innenliegende Sprossen Aluminiumtreppen mit Handlauf
Belastbarkeit Plattform 200 kg/m² 200 kg/m² 200 kg/m²
Norm DIN EN 1004-1 DIN EN 1004-1 DIN EN 1004-1
BG BAU Förderung Ja (mit Safe-Quick®) Auf Anfrage Auf Anfrage
Transportmaß (zusammengebaut) ca. 127 × 83 × 158 cm (als Trolley) Zerlegbar, Einzelteile Zerlegbar, Einzelteile (sperrig)
Preis (netto, ca.) ab 1.800 € (MiTOWER + STAIRS-Set) ab 730 € (Grundgerüst + Rollen) ab 2.775 € (AH 4,20 m)

Die Tabelle zeigt die grundlegend verschiedenen Ansätze der drei Systeme. Das Altrex MiTOWER STAIRS punktet durch den Ein-Personen-Aufbau und die kompakte Transportierbarkeit. Das KRAUSE ClimTec bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und reicht für die meisten Treppenhäuser in Wohngebäuden aus. Das Layher Uni Komfort eignet sich für professionelle Betriebe, die regelmäßig in hohen Treppenhäusern oder Verwaltungsgebäuden arbeiten und den Komfort integrierter Treppen benötigen.

Weitere Alternativen: Günzburger und Hymer

Neben den drei genannten Systemen bieten auch andere Hersteller treppentaugliche Lösungen an. Die Günzburger Steigtechnik (MUNK) hat Klappgerüste im Programm, die über höhenverstellbare Spindelfüße verfügen und auf Treppen einsetzbar sind. Die Klappgerüste der SG-Serie starten bei rund 2.500 Euro netto und erreichen Arbeitshöhen bis über 11 m. Günzburger gewährt mit 15 Jahren die längste Garantie im Vergleich.

Hymer bietet mit dem SC-80-System ein modulares Rollgerüst, das ebenfalls treppentauglich konfiguriert werden kann. Die Spindelfüße erlauben einen Niveauausgleich von bis zu 400 mm, was für die meisten Treppenstufen (Steigungshöhe in der Regel 160 bis 200 mm) ausreicht. Preislich liegt das Hymer-System zwischen dem ClimTec und dem Layher Uni Komfort.

Rechtliche Grundlagen: Was TRBS 2121 und BetrSichV vorschreiben

Die TRBS 2121 Teil 1 regelt die Gefährdung von Beschäftigten durch Absturz bei der Verwendung von Gerüsten. Für den Treppeneinsatz sind folgende Anforderungen besonders relevant: Das Gerüst muss standsicher sein, über einen sicheren Zugang verfügen und Einrichtungen besitzen, die einen Absturz verhindern (dreiteiliger Seitenschutz: Geländerholm, Knieleiste, Bordbrett). Alle drei im Vergleich genannten Systeme erfüllen diese Anforderungen konstruktionsbedingt.

Die TRBS 2121 Teil 2 konkretisiert, unter welchen Bedingungen Leitern als Arbeitsplatz zulässig sind. Seit der Überarbeitung 2018 gilt: Arbeiten auf Sprossenleitern sind nur noch in besonders begründeten Ausnahmefällen zulässig, und der Arbeitgeber muss diese Ausnahme in der Gefährdungsbeurteilung dokumentieren. Auf Stufenleitern und Plattformen darf bis zu einer Standhöhe von 2 m zeitlich unbegrenzt gearbeitet werden. Zwischen 2 und 5 m Standhöhe sind Arbeiten auf maximal zwei Stunden pro Arbeitsschicht begrenzt. Im Treppenhaus liegen die benötigten Arbeitshöhen für Decken- und Wandarbeiten häufig über 3 m, sodass ein Gerüst in der Regel das geeignetere Arbeitsmittel ist.

Wichtig für die Praxis: Die Gefährdungsbeurteilung nach § 3 BetrSichV muss für jede Einsatzsituation dokumentieren, warum das gewählte Arbeitsmittel das sicherste verfügbare ist. Ein Verweis auf „haben wir schon immer so gemacht" genügt nicht. Die DGUV Information 208-016 enthält eine Checkliste, die bei der systematischen Beurteilung hilft.

Einsatzszenarien: Welches System für welchen Betrieb?

Malerbetrieb und Stuckateur

Maler und Stuckateure arbeiten häufig allein oder zu zweit auf der Baustelle und müssen Treppenhäuser in Wohngebäuden streichen, tapezieren oder verputzen. Die typische Arbeitshöhe liegt bei 4 bis 6 m (zweigeschossiges Treppenhaus). Das Altrex MiTOWER STAIRS ist hier eine naheliegende Lösung, weil der Aufbau durch eine Person erfolgen kann und das Gerüst nach der Arbeit als Trolley zum nächsten Einsatzort gerollt wird. Die Plattformfläche des MiTOWER PLUS (1,65 × 0,75 m) bietet ausreichend Platz für Farbeimer und Werkzeug. Alternativ eignet sich das KRAUSE ClimTec, wenn das Budget begrenzt ist und der Betrieb das Gerüst auch für andere Innenarbeiten nutzen möchte.

Elektroinstallation und Haustechnik

Elektroinstallateure, die Brandmelder, Beleuchtung oder Kabeltrassen in Treppenhäusern montieren, brauchen eine stabile Plattform, auf der sie freihändig arbeiten können. Hier zählt die Arbeitshöhe: In Bürogebäuden und öffentlichen Einrichtungen liegen die Geschosshöhen bei 3,00 bis 3,50 m, sodass für Arbeiten an der Decke eines dreigeschossigen Treppenhauses bis zu 10 m Arbeitshöhe erforderlich sein können. In diesem Bereich kommt das Layher Uni Komfort mit seinem Treppenaufstieg und der großen Plattform zum Tragen. Die Investition rechnet sich, wenn der Betrieb regelmäßig solche Aufträge ausführt.

Facility Management und Gebäudereinigung

Facility-Management-Teams benötigen ein vielseitiges Gerüst, das nicht nur im Treppenhaus, sondern auch in Fluren, Foyers und Hallen einsetzbar ist. Das KRAUSE ClimTec bietet diese Vielseitigkeit: Mit Rollen auf ebenen Flächen verfahrbar, mit höhenverstellbaren Rollen auf Treppen nivellierbar, und durch die einziehbare Schiebetraverse auch durch enge Türen zu schieben. Für Betriebe, die ein Gerüst für das gesamte Gebäude einsetzen, ist das ClimTec die wirtschaftlichste Wahl.

Mieten statt kaufen: Wann lohnt sich die Gerüstmiete?

Nicht jeder Betrieb benötigt ein eigenes Treppengerüst. Die Miete ist eine sinnvolle Alternative, wenn das Gerüst nur wenige Male pro Jahr gebraucht wird. Anbieter wie HKL, Boels und regionale Gerüstverleiher bieten das Altrex MiTOWER STAIRS und vergleichbare Systeme zur Miete an. Die Mietkosten für ein MiTOWER mit STAIRS-Erweiterung liegen erfahrungsgemäß bei 80 bis 150 Euro netto pro Woche (je nach Anbieter und Region). Bei einem Kaufpreis von rund 1.800 Euro netto rechnet sich der Kauf ab etwa 12 bis 15 Mietwochen, also bei Betrieben, die das Gerüst mindestens drei bis vier Monate pro Jahr nutzen.

Beim Mieten ist darauf zu achten, dass der Verleiher die jährliche Gerüstprüfung nach TRBS 2121 Teil 1 durchgeführt hat und eine aktuelle Prüfdokumentation vorweisen kann. Der Mieter ist als Gerüstnutzer trotzdem verpflichtet, vor jeder Verwendung eine Inaugenscheinnahme durch eine qualifizierte Person durchzuführen und dies zu dokumentieren.

Aufbau und Sicherung: Was beim Treppeneinsatz besonders zu beachten ist

Der Aufbau eines Gerüsts auf einer Treppe erfordert besondere Sorgfalt bei der Nivellierung. Die Wasserwaage ist nicht optional, sondern ein Pflichtinstrument. Bereits eine Abweichung von wenigen Grad kann bei Arbeitshöhen über 4 m zu einer messbaren Verlagerung des Schwerpunkts führen und die Kippsicherheit gefährden. Alle drei im Vergleich genannten Systeme setzen Spindeln oder höhenverstellbare Rollen ein, die eine millimetergenaue Ausrichtung erlauben.

Während der Arbeiten muss das Gerüst gegen unbeabsichtigtes Verschieben gesichert sein. Bei Gerüsten mit Rollen bedeutet das: Alle Radbremsen müssen eingerastet sein. Beim MiTOWER STAIRS werden die Rollen durch Gummifüße ersetzt, sodass ein Wegrollen konstruktionsbedingt ausgeschlossen ist. Zusätzlich empfehlen die Hersteller, das Gerüst über horizontale Wandankerrohre an den Treppenhauswänden abzustützen, um Seitenkräfte (etwa durch Winddruck bei offenem Treppenhausfenster oder durch Arbeitsbewegungen) abzuleiten.

Vor dem Besteigen ist sicherzustellen, dass alle Plattformen vollständig eingelegt, alle Geländerstreben montiert und die Bordbretter gegen herabfallendes Werkzeug eingehängt sind. Bei Gerüsten, die in einem Treppenhaus stehen, das gleichzeitig als Fluchtweg dient, muss ein Mindestdurchgang von 1,00 m Breite freigehalten werden. Ist das nicht möglich, sind organisatorische Maßnahmen erforderlich, etwa die Sperrung des Treppenhauses und die Ausweisung eines Ersatzfluchtwegs.

Wirtschaftlichkeitsbetrachtung: Kosten pro Einsatztag

Die reinen Anschaffungskosten sind für die Bewertung der Wirtschaftlichkeit nur bedingt aussagekräftig. Entscheidend ist der Kosten-Nutzen-Vergleich pro Einsatztag über die gesamte Nutzungsdauer. Bei einer angenommenen Nutzungsdauer von zehn Jahren und einer jährlichen Prüfung (Kosten: ca. 50 bis 80 Euro bei externer Durchführung) ergeben sich folgende Näherungswerte:

Das KRAUSE ClimTec mit 7 m Arbeitshöhe kostet in der Anschaffung rund 1.130 Euro netto. Über zehn Jahre mit jährlicher Prüfung summieren sich die Gesamtkosten auf ca. 1.930 Euro. Bei 30 Einsatztagen pro Jahr ergeben sich Kosten von rund 6,40 Euro pro Einsatztag. Das Altrex MiTOWER STAIRS (MiTOWER PLUS + STAIRS-Set) liegt bei ca. 2.800 Euro netto, über zehn Jahre bei rund 3.600 Euro. Bei 30 Einsatztagen pro Jahr sind das rund 12,00 Euro pro Einsatztag. Dafür spart der Betrieb die Personalkosten eines zweiten Mitarbeiters für den Aufbau, was bei einem Stundensatz von 45 Euro und 30 Minuten Aufbauzeit 22,50 Euro pro Einsatz ausmacht.

Das Layher Uni Komfort (4,20 m Arbeitshöhe, ca. 2.775 Euro netto) liegt über zehn Jahre bei rund 3.575 Euro. Die höheren Konfigurationen (8,20 m, ca. 6.494 Euro netto) erreichen Gesamtkosten von über 7.300 Euro. Hier lohnt sich der Kauf nur, wenn der Betrieb das Gerüst regelmäßig einsetzt und die Arbeitshöhe über 8 m tatsächlich benötigt.

Checkliste: Treppengerüst für den Betrieb auswählen

✓ Typische Arbeitshöhe im Treppenhaus bestimmen (Geschosshöhe × Anzahl Geschosse)
✓ Lichte Breite des Treppenhauses messen (Gerüst + Mindestdurchgang für Fluchtweg)
✓ Aufbau durch eine oder zwei Personen? (MiTOWER STAIRS ermöglicht Ein-Personen-Aufbau)
✓ Einsatzhäufigkeit abschätzen: Unter 12 Wochen/Jahr Miete prüfen, darüber Kauf erwägen
✓ Plattformgröße nach Arbeitsbedarf wählen: Malerarbeiten brauchen mehr Fläche als Elektromontage
✓ DIN EN 1004-1 und TRBS 2121 Teil 1 Konformität sicherstellen
✓ Niveauausgleich prüfen: Reicht der Spindelweg für die Stufenhöhe (üblich: 160 bis 200 mm)?
✓ BG BAU Arbeitsschutzprämie beantragen (bis zu 25 % Zuschuss bei qualifizierenden Gerüsten)
✓ Dreieckausleger und Wandankerrohre als Zubehör einplanen
✓ Gefährdungsbeurteilung nach § 3 BetrSichV für den Treppeneinsatz erstellen und dokumentieren
✓ Vor jedem Einsatz: Nivellierung mit Wasserwaage, Inaugenscheinnahme und Dokumentation