Drei Regalsysteme, drei Philosophien
Wer ein Lager einrichtet oder modernisiert, steht vor einer Grundsatzentscheidung: Welches Regalsystem passt zum Lagergut, zum verfügbaren Raum und zum Materialfluss? Die drei häufigsten Systeme in deutschen Industrie- und Handwerksbetrieben sind das Steckregal (auch Fachbodenregal genannt), das Palettenregal und das Kragarmregal. Jedes dieser Systeme hat seine spezifischen Stärken — und seine Grenzen. Wer diese kennt, trifft die richtige Wahl und vermeidet teure Fehlentscheidungen.
Alle drei Systeme unterliegen als Arbeitsmittel der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und müssen nach DIN EN 15635 mindestens jährlich durch eine befähigte Person geprüft werden. Die seit 2024 gültige DGUV Information 208-061 (Nachfolgerin der DGUV Regel 108-007) konkretisiert die Anforderungen an den sicheren Betrieb. Dieses Regelwerk gilt unabhängig von Bauart und Größe — auch ein einzelnes Steckregal in der Werkstatt ist prüfpflichtig, wenn es gewerblich genutzt wird.
Steckregale: Flexibel, werkzeuglos und sofort einsatzbereit
Das Steckregal ist der Allrounder unter den Lagersystemen. Die Böden werden über eine werkzeuglose Steckverbindung in die Regalrahmen eingehängt — Aufbau, Umbau und Erweiterung sind ohne Schrauben in wenigen Minuten erledigt. Diese Flexibilität macht Steckregale zur ersten Wahl für Betriebe, deren Lagerbedarf sich regelmäßig ändert: Neue Artikelgruppen, saisonale Schwankungen, wachsendes Sortiment — ein Steckregalsystem passt sich an, ohne dass der Monteur kommen muss.
Die Tragfähigkeit liegt bei Standardmodellen zwischen 80 und 250 kg pro Fachboden. Schwerlast-Steckregale erreichen Feldlasten von bis zu 2.000 kg. Bei kaiserkraft decken die eurokraft basic Steckregale den wirtschaftlichen Einstieg ab: verzinkte Stahlblechrahmen und Fachböden, Kastenprofil für maximale Stabilität, Bodenverstellraster von 25 mm für fein justierbare Fachhöhen und mitgelieferte Kreuzdiagonalen für die Regalaussteifung. Die Fachböden sind vorne und hinten mit Lochungen versehen, die eine Befestigung von Fachteilern ermöglichen — ein Detail, das bei der Lagerung von Kleinteilen und Schüttgut den Unterschied macht.
Die eurokraft pro Steckregale heben sich durch höhere Feldlasten, verstärkte Profile und eine 10-Jahres-Garantie ab. Für Betriebe, die ihre Steckregale mit Sichtlagerkästen nutzen — etwa in der Kommissionierung oder Ersatzteillagerung — bietet kaiserkraft komplett bestückte Systeme mit bis zu 96 Regalkästen aus Polyethylen an. Der Vorteil: Ein Bestellvorgang, eine Lieferung, sofortige Einsatzfähigkeit.
Einsatzgebiete und Grenzen
Steckregale eignen sich hervorragend für Kleinteile, Akten, leichte bis mittelschwere Kartons, Werkzeuge und Kommissionierware. Ihre Grenze liegt bei schweren Lasten auf Paletten und bei Langgut — für beides gibt es bessere Lösungen. Außerdem ist zu beachten: Wenn die Regalhöhe mehr als das Fünffache der Regaltiefe beträgt, muss das Regal zusätzlich gegen Kippen gesichert werden — in der Regel durch eine Wandbefestigung.
Palettenregale: Das Rückgrat der industriellen Lagerlogistik
Palettenregale sind für die Lagerung von Waren auf Europaletten oder Industriepaletten konstruiert. Die Lasten werden per Gabelstapler oder Hochhubwagen eingelagert und entnommen. Die Konstruktion besteht aus massiven Ständerrahmen und eingehängten Traversen, die je nach Ausführung Feldlasten von 3.000 bis über 12.000 kg tragen.
Die eurokraft pro Palettenregale bei kaiserkraft zeichnen sich durch pulverbeschichtete Traversen mit Sicherungsstiften gegen versehentliches Ausheben und robuste Ständerrahmen mit Fußplatten zur Bodenverdübelung aus. Die Traversenhöhen sind in feinen Rastern verstellbar, sodass die Fachhöhe an unterschiedliche Palettenladungen angepasst werden kann. Für den Schutz gegen Anfahrschäden — die häufigste Schadensursache bei Palettenregalen — sind Regalanfahrschutzprofile als Zubehör erhältlich.
Was viele Betriebsleiter unterschätzen: Palettenregale unterliegen strengeren Prüfanforderungen als Steckregale, weil sie mit Flurförderzeugen be- und entladen werden. Anfahrschäden durch Gabelstapler führen regelmäßig zu verbogenen Ständern und Traversen, die die Standsicherheit des gesamten Regalfeldes gefährden können. Die DIN EN 15635 klassifiziert Schäden in drei Stufen: „grün" (geringfügig, Beobachtung), „gelb" (mittelschwer, Reparatur innerhalb von vier Wochen) und „rot" (schwer, sofortige Entlastung und Sperrung). Beschädigte Bauteile in der Kategorie „rot" müssen umgehend ersetzt werden — ein Weiterbetrieb ist unzulässig.
Einsatzgebiete und Grenzen
Palettenregale sind die Standardlösung für mittlere und große Lager mit Palettenware. Ihre Grenzen liegen bei Langgut (Rohre, Profile, Holzleisten), das über die Palettenmaße hinausragt, und bei Kleinteilen, die auf Paletten ineffizient gelagert werden. Außerdem erfordern Palettenregale immer ein Flurförderzeug für die Bedienung — die Gangbreite muss für den eingesetzten Staplertyp ausgelegt sein (mindestens 2,5 m für Gegengewichtsstapler, 1,5 m für Schubmaststapler).
Kragarmregale: Die Spezialisten für Langgut und Sperrgut
Kragarmregale sind für ein spezifisches Problem konstruiert: die Lagerung von langen, schweren Gütern, die in keinem anderen Regalsystem sinnvoll untergebracht werden können. Rohre, Metallprofile, Holzbalken, Kunststoffleisten, Kabeltrommeln — alles, was länger als die üblichen Palettenmaße ist, findet auf den horizontal montierten Kragarmen Platz.
Die Konstruktion besteht aus vertikalen Ständern mit Kastenprofil und einseitig oder beidseitig angebrachten Kragarmen. Die eurokraft pro Kragarmregale bei kaiserkraft sind aus hochwertigem Kaltprofil-U-Stahl gefertigt und mit einer schlagfesten Kunststoffbeschichtung versehen. Die schwere Bauart erreicht Feldlasten von über 5.500 kg bei einer Ständerhöhe von 3.000 mm. Abrollsicherungen an den Armen verhindern, dass Rohre oder Stangen bei der Entnahme unkontrolliert herunterfallen — ein sicherheitsrelevantes Detail, das bei vielen Billiganbietern fehlt.
Ein wichtiger Planungsaspekt: Kragarmregale benötigen mehr Rangierraum als andere Regalsysteme, weil die einzulagernden Güter seitlich ein- und ausgeführt werden müssen. Die Fußlänge der Ständer entspricht der Kragarmlänge — dieser Platzbedarf muss bei der Lagerplanung berücksichtigt werden. Zudem müssen Kragarmregale zwingend mit dem Boden verdübelt werden, um die Standsicherheit auch bei einseitiger Beladung sicherzustellen.
Vergleichstabelle: Steckregal vs. Palettenregal vs. Kragarmregal
| Kriterium | Steckregal | Palettenregal | Kragarmregal |
|---|---|---|---|
| Typisches Lagergut | Kleinteile, Kartons, Akten | Paletten, Gitterboxen | Rohre, Profile, Langgut |
| Fachlast (Standard) | 80–250 kg/Boden | 1.000–4.000 kg/Feld | 200–1.000 kg/Arm |
| Feldlast (gesamt) | 500–2.000 kg | 3.000–12.000+ kg | 2.000–6.000+ kg |
| Montage | Werkzeuglos (Steckverbindung) | Schrauben + Verdübeln | Verdübeln zwingend |
| Flexibilität | Sehr hoch (schneller Umbau) | Mittel (Traverse umhängen) | Gering (Ständer fest) |
| Bedienung | Von Hand | Gabelstapler / Hubwagen | Gabelstapler / Kran |
| Preisrange (Grundfeld) | 100–400 € | 300–1.200 € | 500–2.500 € |
| Jährliche Prüfpflicht | Ja (DIN EN 15635) | Ja (DIN EN 15635) | Ja (DIN EN 15635) |
Prüfpflichten 2026: Was sich mit der DGUV Information 208-061 geändert hat
Seit der Veröffentlichung der DGUV Information 208-061 im Sommer 2024, die als erweiterte und aktualisierte Fassung die bisherige DGUV Regel 108-007 abgelöst hat, gelten präzisere Anforderungen an den sicheren Betrieb von Lagereinrichtungen. Die Kernpflichten bleiben bestehen: Jedes gewerblich genutzte Regal muss mindestens einmal jährlich durch eine befähigte Person nach DIN EN 15635 geprüft und das Ergebnis dokumentiert werden. Zusätzlich sind wöchentliche Sichtprüfungen durch geschultes Personal durchzuführen.
Neu präzisiert wurden unter anderem die zulässigen Verhältnisse von Höhe zu Tiefe bei Regalen mit Schiebe- oder Rolltüren: Die oberste Ablage darf nun bis zum Fünffachen der Tiefe reichen, zuvor galt das Vierfache. Das klingt nach einer kleinen Änderung, erweitert aber den Planungsspielraum bei der Lagerplanung spürbar — gleichzeitig entstehen neue Prüfpflichten, wenn diese Maße ausgereizt werden.
Die Kosten für die jährliche Regalprüfung liegen in Deutschland bei durchschnittlich 2,50 bis 7,00 € pro Laufmeter — eine überschaubare Investition im Vergleich zu den möglichen Konsequenzen bei Versäumnis. Ein Regaleinsturz kann nicht nur Sachwerte in fünf- bis sechsstelliger Höhe vernichten, sondern im schlimmsten Fall Mitarbeiter verletzen. Die Dokumentation der Prüfung dient dem Betreiber als Nachweis gegenüber der Berufsgenossenschaft und der Arbeitsschutzbehörde.
Brandschutz im Regal: Was viele Lagerplaner übersehen
Regalsysteme beeinflussen das Brandschutzkonzept eines Lagers erheblich — und dieser Aspekt wird in der Praxis häufig zu spät bedacht. Die Industriebaurichtlinie (MIndBauRL) und die jeweils geltenden Landesbauordnungen definieren, ab welcher Lagerguthöhe und -menge ein Sprinkleranlage erforderlich wird. Bei Palettenregalen mit Lagerhöhen über 7,5 m ist in vielen Bundesländern eine Regalsprinklerung obligatorisch, die in jeder Regalebene installiert werden muss — und die das Budget für die Regalanlage verdoppeln kann.
Auch die Wahl des Regalsystems hat Auswirkungen: Offene Steckregale mit Stahlblechböden bieten Brandlasten weniger Angriffsfläche als Holzfachböden. Kragarmregale mit offen gelagertem Langgut aus Holz oder Kunststoff erfordern größere Schutzabstände zu Wänden und Deckenkonstruktionen. Wer ein Lager neu plant, sollte den Brandschutzgutachter bereits in der Konzeptphase einbinden — nachträgliche Auflagen sind fast immer teurer als eine integrierte Planung von Anfang an.
Lagerplanung mit System: So finden Sie das richtige Regal
Die Wahl des Regalsystems folgt einer logischen Kette aus vier Fragen. Was wird gelagert — denn das Lagergut bestimmt den Regaltyp. Kartons und Kleinteile sprechen für Steckregale, Palettenware für Palettenregale, Langgut für Kragarmregale. Wie schwer ist die Last — denn die Tragfähigkeit muss mit Sicherheitsreserve dimensioniert werden, nicht am Limit. Wie wird ein- und ausgelagert — von Hand oder mit Flurförderzeug, denn davon hängen Gangbreiten, Regaltyp und zusätzliche Horizontalkräfte ab. Und wie oft ändert sich der Bedarf — denn bei häufig wechselnden Anforderungen ist die Flexibilität eines Steckregalsystems wertvoller als die maximale Traglast eines Schraubregals.
In vielen Betrieben ist die Antwort kein Entweder-oder, sondern ein Sowohl-als-auch. Ein typisches mittelständisches Produktionsunternehmen kombiniert Palettenregale für den Wareneingang und Rohstofflager, Kragarmregale für Profile und Halbzeuge, Steckregale mit Sichtlagerkästen für Kleinteile und Ersatzteile sowie Schwerlastregale für Werkzeugmaschinen-Zubehör. Das Regalsystem folgt dem Materialfluss — nicht umgekehrt.
USA und Europa im Vergleich: Unterschiedliche Standards, ähnliche Herausforderungen
Ein Blick über den Atlantik zeigt interessante Unterschiede: In den USA dominieren Palettenregale in sogenannter „Selective Racking"-Bauweise den Markt, und die Rack Manufacturers Institute (RMI) Spezifikation ANSI/RMI MH16.1 definiert die Konstruktionsanforderungen. In Europa gilt die DIN EN 15512 für die Bemessung von Palettenregalen. Die europäische Norm setzt bei den Horizontalkräften durch Flurförderzeuge deutlich höhere Werte an als der amerikanische Standard — ein Grund, warum europäische Palettenregale tendenziell schwerer und teurer sind, aber auch höhere Sicherheitsreserven bieten.
Bei der Prüfpflicht hat Europa eindeutig die Nase vorn: Während die DIN EN 15635 eine jährliche Inspektion durch befähigte Personen vorschreibt, gibt es in den USA keine vergleichbare bundesweite Pflicht — die Verantwortung liegt vollständig beim Betreiber. Für deutsche Einkäufer, die bei internationalen Anbietern bestellen, heißt das: Regale, die nur nach amerikanischem Standard konstruiert sind, erfüllen möglicherweise nicht die europäischen Normen und können bei einer Regalprüfung nach DIN EN 15635 Beanstandungen auslösen. Wer bei kaiserkraft oder anderen deutschen Fachanbietern mit nach DIN EN 15635 und DGUV-Anforderungen geprüften Produkten kauft, ist auf der sicheren Seite.
Eurokraft basic vs. eurokraft pro: Welches Regal für welchen Anspruch?
Bei Steckregalen bietet die eurokraft basic-Linie den preisbewussten Einstieg: verzinkte Fachböden und Rahmen aus Kastenprofil, werkzeuglose Steckverbindung, Kreuzdiagonale zur Aussteifung und 3-Jahres-Garantie. Für Werkstätten, Bürolager, Archive und Kommissionierzonen mit normaler Beanspruchung ist das eine solide, sofort lieferbare Lösung.
Die eurokraft pro-Regale — ob Steckregal, Schwerlast-Steckregal, Palettenregal oder Kragarmregal — sind auf den industriellen Dauereinsatz ausgelegt. Verstärkte Profile, höhere Feld- und Fachlasten, pulverbeschichtete oder kunststoffbeschichtete Oberflächen gegen Korrosion und Schlagschäden sowie die 10-Jahres-Garantie rechtfertigen den Aufpreis für Betriebe, in denen Regale täglich mit Flurförderzeugen bedient werden und hohe Lasten tragen. Beim Kragarmregal der schweren Bauart erreicht eurokraft pro Feldlasten von über 5.500 kg — ein Wert, der viele Standardanforderungen in der Metallverarbeitung, im Holzhandel und im Baustoffbereich abdeckt.
Planungs-Checkliste Regalsysteme: Lagergut nach Gewicht, Maßen und Zugriffshäufigkeit klassifizieren · Traglasten mit 20 % Sicherheitsreserve dimensionieren · Gangbreiten an eingesetzte Flurförderzeuge anpassen · Bodentragfähigkeit durch Statiker prüfen lassen · Regalanfahrschutz bei Staplerbedienung einplanen · Brandschutzanforderungen frühzeitig mit Gutachter klären · Kippsicherung bei Höhe/Tiefe-Verhältnis > 5:1 vorsehen · Jährliche Regalprüfung nach DIN EN 15635 organisieren · Wöchentliche Sichtprüfung durch geschultes Personal einführen · Belastungsschilder an jedem Regalfeld anbringen